Klares Zeichen gegen Rassismus und Intoleranz

Zehntausende bei "Unteilbar"-Demo in Dresden

24. August 2019 - 21:48 Uhr

Eine der größten Demos seit der Wende

Eine Woche vor der Wahl in Sachsen haben Zehntausende Menschen in Dresden bei einer Demonstration des Bündnisses "Unteilbar" Flagge gezeigt für eine offene und solidarische Gesellschaft. "Sachsen kann auch anders, Dresden ist viel, viel mehr als Pegida", erklärten die Organisatoren mit Blick auf das islamfeindliche Bündnis.

Klares Zeichen gegen Fremdenhass und Intoleranz

24.08.2019, Sachsen, Dresden: Anhänger des Bündnisses #unteilbar stehen während der Abschlusskundgebung zum Ende einer Demonstration des Bündnisses auf der Cockerwiese. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Für die Demonstration war bundesweit mobilisiert worden, es waren Plakate von Gruppen aus Hessen, Bayern, Brandenburg und anderen Bundesländern zu sehen.
© dpa, Sebastian Kahnert, skh

Nach ersten Schätzungen der Veranstalter seien mindestens 35.000 Menschen dem Aufruf gefolgt. Die Unteilbar-Demonstration hat sich über die gesamte Strecke durch das Stadtzentrum gezogen. "Zehntausende Menschen aus Dresden und ganz Sachsen sowie aus vielen Teilen Deutschlands haben ein unmissverständliches Zeichen für Solidarität statt Ausgrenzung gesetzt", sagte die Sprecherin des Veranstalterbündnisses, Ana-Cara Methmann. Der Mitorganisator Ario Mirzaie sagte: "Wir lassen uns nicht spalten, das sollte den Rechten seit heute klar sein". Es werde nicht bei dieser Demonstration bleiben, man woll sich weiter dem Rechtsruck entgegenstellen.

Spitzenpolitiker aus Berlin reisen nach Dresden

Zudem war bundespolitische Prominenz angereist, darunter Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Linke-Chef Bernd Riexinger. Allerdings trat keiner von ihnen als Redner auf.  SPD-Bundesvize Ralf Stegner nannte die große Beteiligung ein "eindrucksvolles Signal gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz, für Vielfalt und Demokratie". Es sei gut, dass dieses Signal eine Woche vor den Landtagswahlen erfolgte. Auf diese Weise werde deutlich, wer die Mehrheit in diesem Land habe.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beteiligte sich nicht, zollte den Teilnehmern aber Respekt und befand es für gut, dass Menschen die Demokratie und den Rechtsstaat verteidigen möchten. "Aber ich kann als CDU-Vorsitzender und Ministerpräsident nicht bei einer Veranstaltung dabei sein, bei der auch Kräfte wie die Antifa mit von der Partie sind. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel", ließ Kretschmer mitteilen. Es gebe Punkte, in denen "Unteilbar" und er beziehungsweise die CDU auseinanderlägen - beispielsweise bei der Seenotrettung im Mittelmeer oder dem sächsischen Polizeigesetz. 

Bei den Landtagswahlen am 1. September in Sachsen und Brandenburg wird in beiden Ländern ein abermaliges Erstarken der AfD erwartet - in Brandenburg könnte sie nach den Umfragen sogar stärkste Kraft werden.