So stehen die deutschen Medaillenchancen

Zehn Tage vor WM-Beginn: Felix Neureuther wähnt sich im Aufwärtstrend, Viktoria Rebensburg ärgert sich mächtig

Felix Neureuther
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26. Januar 2019 - 18:05 Uhr

Neureuther mit wenig zufrieden, Rebensburg schimpft auf sich selbst

Felix Neureuther ringt weiter um Anschluss an die Weltspitze, Viktoria Rebensburg ist neben der Spur und Thomas Dreßen fehlt verletzt: Zehn Tage vor Beginn der alpinen Ski-WM im schwedischen Are sind die deutschen Aussichten auf eine Medaille überschaubar.

Neureuther: "Ein großer Schritt in die richtige Richtung"

Skiing - Alpine Ski World Cup Kitzbuehel - Men's Slalom - Kitzbuehel, Austria - January 26, 2019   Germany's Felix Neureuther during the Men's Slalom   REUTERS/Leonhard Foeger
Aufwärtstrend: Felix Neureuther ist mit Platz 11 in Kitzbühel zufrieden
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Felix Neureuther reckte die Arme in die Höhe, einen 11. Platz im traditionsreichen Slalom von Kitzbühel wertete der frühere Dauergast auf den Podien bereits als Aufwärtstrend. "Ich habe gesehen, dass ich noch schnell bin", sagte Neureuther und machte sich Mut: "Ich bin auf dem richtigen Weg, das war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Bis zur WM habe ich noch ein bisschen Zeit, die muss ich nutzen."

In der Tat war Rang 11 das drittbeste Ergebnis seit seinem Comeback im Dezember. Ein Jahr hatte er nach einem Kreuzbandriss pausieren müssen und zuletzt nach Enttäuschungen in Adelboden (15.) und Wengen (17.) laut über ein nahes Karriereende nachgedacht. Auf Sieger Clement Noel aus Frankreich hatte Neureuther aber auch diesmal satte 1,94 Sekunden Rückstand.

WM-Prognose: Das Rennen in Schladming (29. Januar) bleibt Neureuther noch, um in Form zu kommen. Seine Medaillenchancen sind Stand jetzt gering

Rebensburg: "Das schmerzt"

26.01.2019, Bayern, Garmisch-Partenkirchen: Ski alpin, Weltcup, Super G, Damen. Viktoria Rebensburg aus Deutschland fährt nach ihrem Ausscheiden die Piste hinunter. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Am Tor vorbei: Viktoria Rebensburg verpatzt ihr Heimspiel in Garmisch
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In die Gegenrichtung zeigt die Formkurve von Viktoria Rebensburg. Ausgerechnet beim Heimspiel in Garmisch-Partenkirchen hielt sich die 29-Jährige im Super-G nur 43 Sekunden auf der Strecke, ehe sie nach einem Fahrfehler ausschied. "Extrem schade. Das schmerzt, gerade beim Heim-Weltcup wäre ich gerne ins Ziel gekommen, und gerne auch nicht so langsam", ärgerte sich Rebensburg. Ihren Start in der  Abfahrt am Sonntag sagte die Bayerin anschließend ab.

Dass mit ihr noch zu rechnen ist, hatte die Olympiasiegerin von 2010 kurz vor dem Jahreswechsel mit zwei zweiten Plätzen beim Riesenslalom in Courchevel und in Semmering gezeigt. Seitdem reichte es aber nicht mehr zum Podium.

WM-Prognose: Der Riesenslalom in Maribor bleibt Rebensburg noch, um Selbstvertrauen zu tanken. Ihre WM-Medaillenchancen sind (noch) gut.

Weidle als Lichtblick

Mit Thomas Dreßen hat sich das dritte deutsche Ski-Ass früh in der Saison beim schweren Sturz in Beaver Creek/USA einen Kreuzbandriss zugezogen und verpasst die Saison. Auch für Abfahrts-Kollege Andreas Sander ist die Saison mit der gleichen Verletzung gelaufen.

Übrig bleibt mit Kira Weidle eigentlich nur eine Deutsche, die an einem guten Tag im erweiterten Kreis der Weltspitze mitfahren kann. Die 22-Jährige schaffte es in dieser Saison bei der Abfahrt in Lake Louise als Dritte erstmals aufs Podium und bestätigte ihre Leistung mit Platz vier in Cortina d'Ampezzo. Beim Super-G in Garmisch schied sie am Samstag allerdings auch aus.

WM-Prognose: Eine Medaille für Weidle wäre eine dicke Überraschung.