Zehn MERS-Tote in Südkorea

12. Juni 2015 - 14:06 Uhr

Über 3.000 Menschen stehen unter Quarantäne

Der MERS-Ausbruch in Südkorea hat ein zehntes Todesopfer gefordert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starb ein 75-jähriger Mann an MERS. Er habe sich mit dem Coronavirus (Mers-CoV) angesteckt, als er in einem Krankenhaus in der Stadt Taejon wegen einer Krebserkrankung behandelt worden sei. Außerdem wächst in dem Land die Sorge vor Auswirkungen des Ausbruchs auf die Wirtschaft. Die südkoreanische Zentralbank senkte am Donnerstag unter anderem wegen MERS die Zinsen, um damit die Wirtschaft stärker anzukurbeln.

Zehn MERS-Tote in Südkorea
In Südkorea steigt die Zahl der MERS-Toten auf zehn, 122 Menschen sind erkrankt.
© REUTERS, YONHAP

Das Gesundheitsministerium meldete neben dem Todesfall auch 14 Neuerkrankungen. Die Zahl der Patienten mit der schweren Atemwegserkrankung stieg seit dem Ausbruch vor drei Wochen auf 122. Bisher hatten die Behörden sämtliche Mers-Fälle auf Krankenhausinfektionen zurückgeführt. Nach ihrer Einschätzung könnte die Ausbreitung der Krankheit am Wochenende den Höhepunkt erreichen.

Nach Samstag könnte die Zahl der Neuerkrankungen zurückgehen, sagte der Leiter des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention, Yang Byeong Kook, laut dem Rundfunksender KBS vor einem Sonderausschuss des Parlaments. Er wies unter anderem auf die Quarantänemaßnahmen der Regierung hin.

In Südkorea sind mittlerweile mehr als 3.000 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, unter Quarantäne gestellt. Sie befinden sich entweder in Isolierstationen oder sollen zu Hause bleiben. Nach Angaben des Erziehungsministeriums sind noch immer mehr als 2600 Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen.