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Zehn Kitas in Essen verbieten Eltern und Erziehern Handys

Mehr Aufmerksamkeit für die Kinder

Zehn Kitas in Essen verbieten Eltern und Erziehern Handys

Handy-Verbot in Kitas Mehr Aufmerksamkeit für Kinder
00:27 min
Mehr Aufmerksamkeit für Kinder
Handy-Verbot in Kitas

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"Hier gehört die Aufmerksamkeit MIR!"

In Essen heißt es ab dem 11. Juni in zehn Kindertagesstätten: Handyfreie Zone. Das bedeutet, die Erzieher, aber auch die Eltern dürfen ihre beliebten Geräte nicht mehr benutzen. In den Einrichtungen des Trägers CSE, ein Zusammenschluss der Caritas und des Sozialdienstes Katholischer Frauen, lautet das Motto: "Hier gehört die Aufmerksamkeit MIR!" Und wer kontrolliert, ob die Erwachsenen sich auch wirklich an die neuen Regeln halten? Natürlich die Kids.

Kinder mit "Handy-Verbot"-Kellen

Kinder weisen die Erwachsenen auf das Handyverbot hin.
Handyfreie Zone in zehn CSU-Kindertagesstätten - kontrolliert und eingefordert von den Kindern
cse

An den Kita-Eingängen hängen große Hinweisschilder: Ab hier handyfreie Zone! Damit das auch jeder einzelne Erwachsene wirklich mitbekommt, weisen die Kinder mit Warnwesten und Warnschildern auf das Verbot hin. Streng genommen handelt es sich bei diesem Projekt eigentlich um eine Empfehlung. Im Fokus: Die Kinder, die sich selbst ihr Recht auf Aufmerksamkeit einfordern sollen.

Das Handy-Verbot wurde in den Kitas eingeführt, weil Erzieher beobachtet haben, wie die Eltern ihre Kinder häufig nur "nebenbei" zur Kita bringen und abholen. Das soll sich nun ändern. In der Kita wurden sogar "Handy-Betten" gebastelt, wo die Eltern ihre Smartphones "schlafen legen" und für ihre Kinder komplett da sein können.

Kinder sollten um Aufmerksamkeit nicht betteln müssen

Maren Rufer ist die stellvertretende Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“.
Maren Rufer ist die stellvertretende Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“.
Orlovic, Marko [RTL Interactive GmbH], RTL

Die Mutter des sechsjährigen Tim, Ria K., findet das Handyverbot sehr gut. Sie selbst schaut auch oft auf ihr Handy, erzählt sie. Auch dann, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Die Zeit sollte man doch lieber nutzen, das Kind vernünftig anzuholen, so Ria selbstkritisch. Dass die Kinder jetzt in der Kita Polizei spielen können sei toll, auch der kleine Tim dürfe seine Mama ab und zu ermahnen, sagt Ria.

Der stellvertretenden Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“, Maren Rufer, ist es wichtig, dass die Kinder nicht um Aufmerksamkeit betteln müssen. "Man verlässt das Kind für mehrere Stunden, dann sollte es schon mitkriegen, dass Mama und Papa jetzt weg sind und es nicht einfach so abgeworfen wird", so Maren.