Entlaufenes Tier bei Tessin erschossen

Zebra-Dompteur unter Schock: "Ein Albtraum, da liegt mein Kind"

4. Oktober 2019 - 10:18 Uhr

Video: Tierlehrer Angelo Madel erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schützen

Es ist ein dramatisches Ende einer wilden Zebra-Flucht: Die Feuerwehr hat am Mittwoch in Tessin in Mecklenburg-Vorpommern ein Zebra erschossen, das in der Nacht aus dem Zirkus ausgebüxt ist. Angelo Madel, dem das Tier weggelaufen ist, steht unter Schock. Im Video erhebt der Dompteur schwere Vorwürfe gegen die Feuerwehr.

Mit Tränen in den Augen steht der Tierlehrer vor dem Leichnam

02.10.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Liepen: Ein ausgerissenes Zirkus-Zebra liegt erschossen am Straßenrand. Das Tier war gemeinsam mit einem Artgenossen, der später wieder eingefangen worden war, aus einem Zirkus in Tessin ausgebrochen und hatte auf
Das ausgerissene Zirkus-Zebra liegt erschossen am Straßenrand.
© dpa, Bernd Wüstneck, bwu tba

Madel kann einfach nicht fassen, was geschehen ist. Jahrelang kümmerte sich der Zirkusangestellte um das Zebra, das nun tot ist. Jetzt steht er voller Schmerz und mit Tränen in den Augen vor dem Leichnam. "Ein Albtraum, da liegt mein Kind", sagt Madel völlig aufgewühlt.

Das Zebra war in einem Dorf östlich von Tessin - nahe der A20 - durch zwei Schüsse der Tierrettung der Berufsfeuerwehr Rostock getötet worden. Laut Polizei sei vom Zebra eine Gefahr ausgegangen und deswegen musste von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden.

Angelo Madel: "Sie haben das Tier richtig erlegt"

02.10.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Thelkow: Ein ausgerissenes Zirkus-Zebra steht auf einem Acker, während ein Mann mit einem Betäubungsgewehr versucht sich dem Tier zu nähern. Das Zebra war mit einem Artgenossen, der bereits wieder eingefangen werde
Ein Mann mit einem Betäubungsgewehr versucht, sich dem Tier zu nähern.
© dpa, Bernd Wüstneck, bwu tba

Madel sieht das Ganze aber anders, er fühlt sich betrogen. "Wir wollten es fangen und hatten uns mit der Polizei beraten", erzählt der Dompteur, "sie wollten es betäuben." Die Polizei habe sich noch nach dem Gewicht des Tieres erkundigt. Doch dann habe er plötzlich einen Schuss gehört. Zunächst dachte er, es sei die Betäubungspistole gewesen. Dann sei ein Polizist auf ihn zugekommen und habe gesagt: "Der ist tot."

"Sie haben das Tier richtig erlegt", sagt der aufgebrachte Madel, "betäuben ist doch nicht erschießen." Anschließend wollte er den Schützen zur Rede stellen, doch der sei nicht mehr auffindbar gewesen. Es kam offenbar zu einer kleinen Rangelei mit den Beamten.

Die Polizei wollte sich zum Vorfall noch nicht detailiert äußern. "Wir werden den Sachverhalt entsprechend verschriften und auch schauen, wie das alles hier abgelaufen ist", sagt Revierleiter Marek Gaca.