Schwanger, Betriebsrat, Streik

Zara führt Schwarze Liste mit unerwünschten Mitarbeitern

22. Mai 2019 - 11:41 Uhr

Unerwünschte Mitarbeiter werden markiert

Mitarbeiter haben Angst zur Arbeit zu gehen, so weit ist es in Zara-Filialen gekommen. Der Grund: Schwarze Listen, die das Unternehmen einem Dokument zufolge führt. Darauf markiert sind Angestellte, die unerwünscht sind und die man deshalb loswerden möchte. Was das für die Mitarbeiter bedeutet, erklärt Zara-Betriebsrat Christian Berhorst im Video.

"Mir wurde am Telefon gedroht"

ARCHIV - Eine Frau geht in Madrid an einer Filiale der Modekette Zara in Madrid vorbei (Archivfoto vom 21.09.2011). Der weltgrößte Mode-Einzelhändler und Betreiber der Modekette Zara hat mit wachsendender Konkurrenz und schwachen Märkten in den Euro-
Schwangere sind bei Zara offenbar unerwünscht.
© dpa, Paco Campos

Wenn sie an ihren Job denkt, dann hat Sabine (Name geändert) ein ungutes Gefühl. Sie ist Verkäuferin bei Zara, war eigentlich zufrieden mit ihrem Job. Doch dann ist sie Mutter geworden. Plötzlich zeigte sich das Unternehmen ihr gegenüber feindselig. 

"In meiner Elternzeit habe ich einen Anruf bekommen, weil man mich loswerden will. Mir wurde auch am Telefon gedroht, dass es besser für mich sei, dass ich gehe, weil niemand mit mir zusammenarbeiten möchte, weil man mich nicht mehr sehen will", erzählte Sabine. Mütter sind wegen ihrer Kinder weniger flexibel - das gefällt Zara anscheinden gar nicht. Dabei liegt der Frauenanteil im Unternehmen bei 80 Prozent.

"Das geht auf die Psyche"

Jetzt sind Dokumente aufgetaucht, die Sabines Kritik untermauern. Darauf zu sehen: Eine Liste der Mitarbeiter - dazu Anmerkungen, wie Zara zu ihnen steht. Das Urteil fällt nicht immer positiv aus. So ist zum Beispiel eine schwangere Mitarbeiterin rot markiert. Bei einer anderen steht "Aufhebung" oder "Streik" in der Beschreibung.

Diskriminierung in der Schwangerschaft - eine extreme Belastung für Sabine. "Mit der Zeit geht das auf die Psyche und man hat einfach Angst! Man hat Angst, zur Arbeit zu kommen, dass man irgendetwas falsch macht. Man hat Angst, wenn das Kind krank ist, anzurufen und zu sagen, dass man heute nicht zu Arbeit kommt", erzählte sie.

Mitarbeiterinnen wollen vor Gericht ziehen

Auf mehrfache Anfrage von RTL.de wollte sich Zara zu den Vorwürfen nicht äußern. Wie wir vom Zara-Betriebsrat erfahren haben, wollen jetzt angeblich mehrere Mitarbeiterinnen vor Gericht ziehen und verhindern, dass das Unternehmen mit seiner Personalpolitik einfach so durchkommt.