Zahl der Tierversuche in Deutschland gestiegen

7. Januar 2018 - 12:50 Uhr

50.000 Tierversuche mehr als zuvor

2016 wurden in Deutschland an rund 2,8 Millionen Tieren Versuche durchgeführt. Die Hälfte der Versuchstiere waren Mäuse. Wissenschaftler nutzten außerdem viele Fische und Vögel, unter den Versuchstieren waren jedoch auch rund 4.000 Hunde, rund 2.460 Affen sowie rund 770 Katzen. Insgesamt registrierte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 50.000 Versuche mehr als im Vorjahr.

Kritiker sehen "zweckfreie Grundlagenforschung"

Gegner halten viele Tierversuche für überflüssig, besonders in der Kritik stehen Versuche der Kategorie "schwer". Dazu zählen etwa Experimente, bei denen Ratten und Mäuse durch Elektroschocks zur Verzweiflung getrieben werden, um menschliche Depressionen zu simulieren.

Der Schwerpunkt der Forschung liegt laut der Statistik des Bundesministeriums auf Krebserkrankungen sowie Nerven- und Geisteserkrankungen des Menschen. Auch für die Untersuchung von Stoffwechsel- und Immunerkrankungen werden Tierversuche durchgeführt. 665.325 Tiere wurden 2016 sofort getötet, um Organe oder Zellmaterial zu wissenschaftlichen Zwecken zu verwenden. Die Tierversuchszahlen überstiegen in Deutschland erstmals 2001 die Zwei-Millionen-Grenze, 2012 waren es zwischenzeitlich über drei Millionen Versuche.

Corina Gericke, Vizevorsitzende des Verbands 'Ärzte gegen Tierversuche', kritisierte die aktuelle Statistik: "Zu glauben, Tierversuche würden zum Wohle des Menschen gemacht, ist ein Trugschluss." Laut Verband sind die Hälfte der Versuche "zweckfreie Grundlagenforschung" und dienen keinem konkreten Ziel.