Zahl der illegal einreisenden Migranten sinkt in Vorpommern

23. November 2021 - 15:51 Uhr

Pasewalk (dpa) - Über die sogenannte Belarus-Route reisen derzeit deutlich weniger Migranten illegal nach Mecklenburg-Vorpommern ein als vor einem Monat. Wie das zuständige Bundespolizeipräsidium in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) am Dienstag mitteilte, wurden in einer Woche 20 Frauen, Männer und Kinder aufgegriffen, die illegal über Polen eingereist waren. Damit wurden im November bisher 132 unerlaubt eingereiste Flüchtlinge angetroffen und in die nächsten Erstaufnahmeeinrichtungen nach Berlin und Westmecklenburg gebracht. Davon waren 80 Flüchtlinge schon in den ersten vier Tagen des November in Vorpommern aufgegriffen worden.

Seit Polen die Grenze zu Weißrussland geschlossen hat, sinkt laut Bundespolizei die Zahl der illegalen Einreisen an der gesamten deutsch-polnischen Grenze. Im Oktober waren in Vorpommern 749 unerlaubt eingereiste Flüchtlinge zumeist aus dem Irak, Iran und Jemen gefasst worden, im September waren es 302. Zusammen mit Hilfsorganisationen bekommen Hilfsbedürftige inzwischen bei Bedarf auch zusätzliche Kleidung, hieß es in Pasewalk. Insgesamt gab es seit Anfang August 1287 unerlaubte Einreisen mit Belarus-Bezug in Vorpommern. In Sachsen und Brandenburg liegt diese Zahl deutlich höher.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte im Frühjahr als Reaktion auf EU-Sanktionen erklärt, er werde Migranten in Richtung Europäische Union nicht mehr aufhalten. Seit Wochen halten sich mehrere Tausend Migranten in Belarus auf, um in die EU zu gelangen. Polen und die baltischen Länder sichern die EU-Außengrenze, weshalb viele Menschen festsitzen. Die EU beschuldigt Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze gebracht zu haben, um Druck auf den Westen auszuüben.

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Quelle: DPA