Zahl der illegal eingereisten Migranten gesunken

Ein Polizist der Bundespolizei steht in einer Leitstelle. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Ein Polizist der Bundespolizei steht in einer Leitstelle. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

02. Dezember 2021 - 14:31 Uhr

Pasewalk (dpa) - Über die sogenannte Belarus-Route sind im November deutlich weniger Migranten illegal nach Vorpommern eingereist. Wie das zuständige Bundespolizeipräsidium in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) am Donnerstag mitteilte, wurden 148 Frauen, Männer und Kinder aufgegriffen, die illegal über Polen kamen. Die Eingereisten wurden nach Berlin und Westmecklenburg in die nächsten Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht. Davon waren 80 Flüchtlinge schon in den ersten vier Tagen des November in Vorpommern aufgegriffen worden. Der Rückgang wird darauf zurückgeführt, dass Polen die Grenze zu Belarus geschlossen hat.

Im Oktober waren in Vorpommern 749 unerlaubt eingereiste Flüchtlinge meist aus dem Irak, Iran und Jemen gefasst worden, im September waren es 302. Zusammen mit Hilfsorganisationen bekommen Hilfsbedürftige auch zusätzliche Kleidung, hieß es in Pasewalk. Insgesamt gab es seit Anfang August 1303 unerlaubte Einreisen mit Belarus-Bezug in Vorpommern.

In Sachsen und Brandenburg liegt diese Zahl deutlich höher. Laut Bundespolizei kamen 2021 an der gesamten deutsch-polnischen Grenze 10.690 Flüchtlinge unerlaubt über die Belarus-Route. Mit der aktuellen Entwicklung an diesem Grenzabschnitt befasst sich diese Woche auch die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte im Frühjahr als Reaktion auf EU-Sanktionen erklärt, er werde Migranten in Richtung Europäische Union nicht mehr aufhalten. Seit Wochen halten sich mehrere Tausend Migranten in Belarus auf, um in die EU zu gelangen. Polen und die baltischen Länder sichern die EU-Außengrenze, weshalb viele Menschen festsitzen. Die EU beschuldigt Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze gebracht zu haben, um Druck auf den Westen auszuüben.

© dpa-infocom, dpa:211202-99-230307/2

Quelle: DPA