Zahl Alleinerziehender in Deutschland steigt: Rund ein Drittel ist armutsgefährdet

02. August 2018 - 22:43 Uhr

Mehr Alleinerziehende denn je

Es ist eine drastische Entwicklung: In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland um 200.000 auf 1,5 Millionen gestiegen. Und das nicht ohne Folgen für die Familien: 33 Prozent der Single-Eltern sind wegen der großen finanziellen Belastung armutsgefährdet. Rund 27 Prozent der alleinerziehenden Mütter waren 2017 ohne eine Beschäftigung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) herausfand, würden 55 Prozent von ihnen das aber gerne ändern.

Unerwartete Ausgaben können zu Problem werden

In einer Partnerschaft lebende nicht-erwerbstätige Mütter hatten deutlich seltener den Wunsch, eine Arbeit aufzunehmen: 29 Prozent von ihnen waren an einer Beschäftigung interessiert. Grund für das starke Interesse Alleinerziehender an einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit dürfte deren finanzielle Situation sein: "Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich häufig armutsgefährdet. Finanziell stehen sie nach wie vor oftmals schlechter da als Menschen, die in anderen Familienformen leben. Für sie sind deshalb familienpolitische Maßnahmen eine besonders wichtige Unterstützung", sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Während in der Gesamtbevölkerung 16 Prozent der Menschen armutsgefährdet sind, sind es in Alleinerziehenden-Haushalten 33 Prozent – ein deutlicher Unterscheid. Darüber hinaus hatten knapp zwei Drittel der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten (63 Prozent) nicht die finanziellen Mittel, unerwartete Ausgaben von knapp 1.000 Euro zu bestreiten (Bevölkerungsdurchschnitt: 30 Prozent).

Allein mit drei Kindern und dazu halbtags an einer Schule arbeiten

Miriam Meilutat ist eine der 1,5 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland. Sie kümmert sich um drei Kinder, dazu arbeitet sie noch halbtags an einer Schule. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist eine Mammutaufgabe, bei der im Alltag jeder mit anpacken muss. Wie auch bei vielen anderen Alleinerziehenden würde es bei Miriam Meilutat aber ohne finanzielle Hilfe vom Amt vorne und hinten nicht passen. Wie sie ihren Alltag meistert und warum jetzt auch die Politik in der Pflicht ist, das erfahren Sie in unserem Video.