Zahl älterer Beschäftigter in Sachsen deutlich gestiegen

8. Dezember 2019 - 9:30 Uhr

Immer mehr Sachsen im Alter ab 60 arbeiten weiter und verzichten auf einen vorzeitigen Renteneintritt. Seit 2007 hat sich ihre Zahl mehr als verdreifacht. "Mit der Alterung der Beschäftigten hält der demografische Wandel auch Einzug in Betriebe und Verwaltungen. Eine immer größere Rolle muss daher auch eine altersgerechte Arbeitsgestaltung spielen", sagte Linke-Politikerin Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. 2007 gab es in Sachsen 44.682 "Ü-60-Beschäftigte", 2018 schon 142.625. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag 2007 bei gut 3,2 Prozent, 2018 bei etwa 8,9 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt (7,9 Prozent).

"Die Arbeitsbedingungen müssen so ausgestaltet sein, dass die Beschäftigten überhaupt bis zum Rentenalter durchhalten und auch bei guter Gesundheit in Rente gehen", betonte Zimmermann. Dazu gehöre aber auch ein realistisches Renteneintrittsalter: "67 Jahre oder sogar 70 ist in vielen Branchen unrealistisch und nichts anderes als eine Rentenkürzung, wenn die Menschen mit Abschlägen vorher ausscheiden." Die Bundesregierung müsse wieder zur Rente ab 65 zurückkehren und frühere Ausstiegsoptionen schaffen. Zudem gelte es Rahmenbedingungen für altersgerechtes Arbeiten zu schaffen.

"Dazu gehört unter anderem, überlange Arbeitszeiten gesetzlich zu unterbinden, Stress zu bekämpfen, ständiger Erreichbarkeit einen Riegel vorzuschieben und noch vieles mehr", sagte Zimmermann. Natürlich müsse man auch gesundheitliche Prävention bei Jüngeren fördern. Zimmermann ist Arbeitsmarktexpertin der Linken im Bundestag und fragt Zahlen zu solchen Themen regelmäßig im Parlament ab.

"Die Zunahme älterer Beschäftigter zeigt einen großen Einstellungsbedarf in den kommenden Jahren auf, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung. Neben einer fairen Entlohnung wird eine gute Work-Life-Balance bei der Jobwahl auch immer wichtiger", erklärte die Politikerin. Zugleich appellierte sie an Arbeitgeber, auch älteren Erwerbslosen verstärkt eine Chance zu geben. Diese hätten es immer noch deutlich schwerer am Arbeitsmarkt als jüngere.

Quelle: DPA