YouTube und Gema einigen sich - Tausende Musikvideos werden freigeschaltet

03. November 2016 - 11:04 Uhr

Die roten Sperrtafeln sind verschwunden

Gute Nachrichten für die Künstler und für Millionen Musikfans: Nach sieben Jahren haben sich die Videoplattform YouTube und die Rechte-Verwertungsgesellschaft Gema auf einen Lizenzvertrag geeinigt. Tausende Musikvideos, die bislang in Deutschland gesperrt waren, sind jetzt auf YouTube freigeschaltet.

Die roten Sperrtafeln, die bisher bei urheberrechtlich geschützten Videos angezeigt wurden, sind seit dem frühen Morgen abgeschafft. Das sagte eine Gema-Sprecherin. Das betreffe alle Videos der rund 70.000 Gema-Mitglieder sowie der Künstler, die die Gema im Ausland vertrete. Dank des Vertrags würden diese Künstler nun auch für das Abspielen der Videos auf YouTube bezahlt, hieß es in einer Gema-Mitteilung.

Wie viel die zu Google gehörende Videoplattform dafür bezahlt, wurde zunächst nicht bekannt - das unterliege einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Einige der roten Sperrtafeln gibt es aber immer noch. Sie werden beispielsweise dann geschaltet, wenn der Künstler oder die Plattenfirma kein Mitglied der Gema ist und andere Rechte geltend macht.

Gema und YouTube hatten seit sieben Jahren verhandelt. Ein zentraler Streitpunkt war die Forderung der Gema, YouTube müsse ähnlich wie andere Online-Musikdienste pro Stream bezahlen. Die Google-Tochter weigerte sich beharrlich und verwies darauf, dass nur eine Beteiligung an den Werbeerlösen möglich sei - bei Videos, bei denen Anzeigen eingeblendet werden. Wie dieser Konflikt nun gelöst wurde, ist noch unklar. Der jetzige Lizenzvertrag soll auch rückwirkend für den Zeitraum seit 2009 gelten.