YouTube-GEMA-Einigung: Ist jetzt kein Video mehr gesperrt?

03. November 2016 - 11:13 Uhr

Künstler bekommen Geld für Klicks - und wir Verbraucher?

Bei YouTube sind jetzt hunderttausende Musikvideos abrufbar, die sieben Jahre lang in Deutschland gesperrt waren. Das Internetportal hat überraschend das Kriegsbeil mit der GEMA begraben - also der deutschen Rechteverwertungsgesellschaft. Sie hat durchgesetzt, dass die Künstler für die Klicks endlich auch Geld bekommen. Aber was heißt das für uns Nutzer? Wir haben die wichtigsten Fragen zum Thema mit Rechtsanwalt Christian Solmecke geklärt.

Das ändert sich bei YouTube

Welche Musik wird jetzt auf YouTube zu finden sein?
"Künftig gibt es dort insbesondere die Musik, die mit Erlaubnis der Rechteinhaber freigegeben worden ist", sagt Solmecke. Laut einer aktuellen Statistik waren bislang 60 Prozent der 1.000 beliebtesten YouTube-Videos in Deutschland gesperrt. Einige der roten Sperrtafeln gibt es aber noch immer: Sie werden beispielsweise dann geschaltet, wenn der Künstler oder die Plattenfirma kein Mitglied der Gema ist und andere Rechte geltend macht.

Ist das Herunterladen von Musikvideos strafbar?
"Der Download ist eine legale Privatkopie, insofern machen sich die Nutzer nicht strafbar, wenn sie über YouTube-Converter oder andere Software Musik aus den Musikvideos herunterladen." Allerdings ist es verboten, die Musik weiterzuverbreiten. Wer also zum Beispiel einen privaten Hochzeitsfilm mit Chart-Musik unterlegt, kann Ärger bekommen.

Warum ist das Hochladen von Musikvideos verboten?
"Die GEMA hat nur die Rechte der Urheber, nicht die der Plattenfirmen", sagt Solmecke. "Das bedeutet, wenn ich künftig Musik hochladen möchte, muss ich sowohl die Gema als auch die Plattenfirmen fragen." Das Verlinken von Videos auf der Homepage ist dagegen erlaubt.