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xxxBerichte über Ebbe in Athens Staatskasse: Alles nur Taktik?

xxxBerichte über Ebbe in Athens Staatskasse: Alles nur Taktik?

RTL-Reporter in Athen: "Griechen wollen Druck auf die Geldgeber erhöhen"

Die griechische Staatskasse ist ein Fass ohne Boden: Ein Milliardenloch zwingt Athen schon am Monatsende zu Kürzungen der Renten- und Beamtenbezüge. Diese Meldung lässt vor den wichtigen Verhandlungen in Brüssel aufhorchen. Oder sind diese Störfeuer nur Taktik?

Griechenland Athen muss Renten kürzen
Wieviel Geld ist noch in der griechischen Staatskasse?
dpa, Julien Warnand

"Es ist in der Tat so, dass das Geld knapp ist", berichtet RTL-Reporter Jürgen Weichert aus Athen. Dass Rentenlöhne gekürzt ausgezahlt werden könnten, werde in griechischen Medien heiß diskutiert. "Da ist aber auch viel Verhandlungstaktik dabei. Die griechische Regierung will so den Druck auf die Geldgeber erhöhen."

Die 'Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung' (FAS) hatte unter Berufung auf interne Berechnungen der Geldgeber berichtet, dass rechnen die Gläubiger für Ende Juni mit einem griechischen Haushaltsloch von 2 bis 3,6 Milliarden Euro rechneten. Die Steuereinnahmen seien dramatisch gesunken.

Vize-Finanzminister: "Wir werden die Renten und Löhne normal zahlen"

Athen dementierte den Bericht: "Die Renten sind gesichert und werden an dem Tag gezahlt, an dem sie ausgezahlt werden müssen", sagte der Chef der größten griechischen Rentenkasse IKA, Giannis Theonas. "Die deutschen Zeitungen betreiben ihre eigene Politik." Vize-Finanzminister Dimitris Mardas sagte im Staatsfernsehen ERT1: "Ich weiß nicht, woher diese Fakten kommen. Wir werden die Renten und Löhne normal zahlen."

Ende Juni werden 1,6 Milliarden Euro Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) fällig. Zugleich muss die Regierung dem 'FAS'-Bericht zufolge dann 2,2 Milliarden Euro für Rentner und Staatsbedienstete aufbringen. Griechenland droht Ende Juni die Staatspleite, wenn bis dahin keine Übereinkunft mit den Gläubigern über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erzielt wird.

"Selbst wenn die EU-Regierungschefs am Montag in Brüssel weiteren Hilfsgeldern zustimmen, heißt das lange nicht, dass die Griechen am nächsten Tag das Geld auf ihrem Konto haben", so Weichert. Die Vereinbarungen müssten erst parlamentarisch gebilligt werden. Demokratie braucht ihre Zeit – das müssten ja die Griechen am besten wissen.