Gericht stuft Fall als Arbeitsunfall ein

Mann stirbt auf Dienstreise während Sex

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12. September 2019 - 11:36 Uhr

Familie hat Anspruch auf Entschädigung

Was für ein schräger Fall: Xavier aus Frankreich starb 2013 auf einer Dienstreise während er Sex hatte. Der verheiratete Mann erlitt einen Herzstilltstand. Das Gericht stufte den Fall als Arbeitsunfall ein. So muss also das Unternehmen für den Tod des Mitarbeites während des Geschlechtsverkehrs haften. Die Familie des Mannes hat nun Anspruch auf Entschädigung.

Xavier stand unter der Verantwortung des Arbeitgebers

Die Firma hatte damit argumentiert, dass der Mann keine beruflichen Aufgaben ausübte, als er Besuch im Hotelzimmer bekam und es zum Sex zwischen den beiden kam. Nach französischem Recht ist ein Arbeitgeber für jeden Unfall verantwortlich, der während einer Geschäftsreise passiert, so die Richter.

Xavier arbeitete als Ingenieur bei TSO, einem Eisenbahnunternehmen in der Nähe von Paris. Er starb 2013 während einer Reise nach Zentralfrankreich in einem Hotel an den Folgen einer "außerehelichen Beziehung mit einem Fremden", wie der Arbeitgeber es nannte. Das Unternehmen lehnte zunächst ab, den Fall als Arbeitsunfall anzusehen. Doch laut Richter gehöre Geschlechtsverkehr zu den alltäglichen Handlungen wie duschen oder essen. Was der Arbeitnehmer während seiner Geschäftsreise im Auftrag des Arbeitgebers mache, sei irrelevant. Die Arbeitsrecht-Anwältin Sarah Balluet machte den Fall erst jetzt bekannt.