WWF-Studie: Deutsche werfen 313 Kilo Lebensmittel pro Sekunde weg

Jährlich gehen in Deutschland laut WWF rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren.
Jährlich gehen in Deutschland laut WWF rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren.
© dpa, A3472 Frank May

19. Juni 2015 - 11:57 Uhr

Knapp 40 Prozent des Mülls durch Privathaushalte

Die Umweltstiftung WWF hat vor den Folgen der Lebensmittel-Verschwendung für das Klima gewarnt: Rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden einer Studie der Experten jedes Jahr in Deutschland vernichtet. "Im Schnitt werfen wir jede Sekunde 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg", sagte Referentin Tanja Dräger de Teran.

Die Menge entspreche fast einem Drittel des deutschen Nahrungsmittelverbrauchs. In der Studie 'Das große Wegschmeißen' wurden mehrere vorhandene Untersuchungen zusammengeführt. Beleuchtet wird die Menge der Verluste während der gesamten Kette vom Acker bis hin zum Verbraucher. Während Lebensmittel in ärmeren Ländern bereits bei der Ernte, bei Transport und Lagerung verloren gingen, sei das bei reichen Ländern eher am Ende der Kette der Fall, beobachten die Autoren. Knapp 40 Prozent des Mülls falle in Deutschland in Privathaushalten an, hinzu kämen unter anderem Verluste bei der Produktion sowie in der Gastronomie.

Würden Landwirtschaft, Handel und Verbraucher gemeinsam Abfälle vermeiden, ergebe sich ein "signifikanter Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz", sagte Träger de Teran. Denn etwa Treibhausgasemissionen durch Düngung, Transport und Kühlung fielen für die weggeworfenen Lebensmittel vergeblich an. Der verschwendete "riesige Essensberg" befeuere damit den Klimawandel.

Schon 2011 ging etwa der Film 'Taste the waste' den Müllbergen aus Lebensmitteln auf die Spur. Seitdem haben sich einige Initiativen gebildet: Auf Internetplattformen wie 'Foodsharing.de' geben Nutzer übrig gebliebene Nahrungsmittel gratis ab. Öffentlich zugängliche Kühlschränke sieht die Freiwilligen-Initiative VoluNation im Kommen: Diese teilte mit, im deutschsprachigen Raum seien mehr als 7.500 freiwillige "Essensretter" im Einsatz, die bisher rund 200 Schränke mit nicht mehr verkäuflichen Produkten aus dem Handel füllten.