WWF fordert verbindliche Absprachen zur Lösung der Trinkwasserkrise

Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye mit Teilnehmern des Weltwasserforums in Daegu.
© dpa, Yonhap

14. April 2015 - 15:40 Uhr

"Eine der aktuell größten Herausforderungen der Menschheit"

Zum Auftakt des siebten Weltwasserforums in Südkorea hat die Naturschutzorganisation WWF international verbindliche Abmachungen zur Bewältigung der Wasserkrise gefordert. Das vom Weltwasserrat (mit Sitz in Marseille) alle drei Jahre ausgerichtete Forum ist die größte Veranstaltung zu diesem Thema.

"Das Forum muss mehr bringen als Absichtserklärungen und lokale Lösungsansätze", sagte der Sprecher vom WWF Deutschland, Joern Ehlers, am Telefon aus Berlin. "Die Dürren in Brasilen, Kalifornien und jetzt auch in Taiwan machen unmissverständlich deutlich, dass die Wasserkrise eine der aktuell größten Herausforderungen der Menschheit darstellt." Organisationen wie der WWF warnen seit langem, dass sich unter anderem durch den Klimawandel und den wachsenden Bedarf an Lebensmitteln die Situation verschärfen werde.

Neben der Wasserkrise gebe es auch eine Krise der Artenvielfalt, sagte der WWF-Wasserexperte Jian Hua Meng, der an dem sechstägigen Kongress in der südöstlichen Stadt Daegu teilnimmt, der Deutschen Presse-Agentur. "Den Süßwasserarten etwa geht es am schlechtesten." Bei einem Großteil der Reaktionen stehe noch immer die Forderung nach rein technischen Lösungen im Vordergrund. So gebe es bei Dürren noch immer den Ruf nach einem Staudamm.

Aus der Sicht des WWF müssten daher Lösungen gefunden werden, die von der Natur selber kommen. Meng wies etwa auf die Wichtigkeit von gesunden Auen und biologisch gesunden Fließgewässern hin. Der Vorsitzende des Weltwasserrats, Benedito Braga, forderte zur Eröffnung des Kongresses in Daegu mehr "Sorgfalt und Weisheit" im Umgang mit Wasser. Zwar hätten seit 1990 rund 2,1 Milliarden Menschen "einen besseren Zugang zu Trinkwasserquellen" gefunden, sagte er vor Hunderten von Delegierten. Doch die Welt verändere sich rasch. Wasser sei das "Risiko Nummer eins", was die Auswirkung in der globalen Gesellschaft betreffe.

Meng sagte gegen oft geäußerte Kritik, beim Weltwasserforum würden die Interessen der Industrie vertreten: "Hier kommen viele professionelle Leute zusammen, die die Probleme ansprechen und lösungsorientiert denken." Der Weltwasserrat ist eine überregionale Organisation. Mitglieder sind zahlreiche Behörden, Städte, Institutionen, Industrieverbände, Unternehmen und andere nicht-staatliche Organisationen weltweit, darunter auch der WWF.