WWF beklagt Elefantengemetzel in Weltnaturerbe: Wilderer töten 26 Tiere

Parkranger fanden 26 Elefantenkadaver, davon zwei Jungtiere.
Parkranger fanden 26 Elefantenkadaver, davon zwei Jungtiere.

25. September 2013 - 18:08 Uhr

Wilderer töten 26 Waldelefanten mit Maschinenpistolen

Im Nationalpark Dzanga-Ndoki in der Zentralafrikanischen Republik haben Wilderer in den vergangenen Tagen ein Blutbad unter einer der letzten großen Waldelefantenpopulation angerichtet, wie der WWF mitteilt. Parkranger fanden 26 Elefantenkadaver, davon zwei Jungtiere, in der Regenwaldlichtung Dzanga Bai. An diesem einzigartigen Ort sammeln sich bis zu 200 Elefanten gleichzeitig, um Mineralien aus dem Boden aufzunehmen. Dieses Phänomen war so weltweit nur noch in Dzanga Sangha zu beobachten, dank des jahrzehntelangen Schutzes durch den WWF.

Die zum Teil vermutlich aus dem Chad oder Sudan stammende 17-köpfige Wilderergruppe gab sich als Teil der Seleka-Rebellentruppen aus, die sich in der Zentralafrikanischen Republik im März an die Macht geputscht haben. Die mit Kalaschnikow-Maschinenpistolen bewaffneten Verbrecher haben den Park - nach Strafandrohung durch offizielle Seleka-Angehörige -inzwischen wieder verlassen, ohne jedoch von den Regierungstruppen verfolgt zu werden.

Der WWF hatte gefordert, eine gemeinsame Eingreiftruppe aus Naturschützern sowie Vertretern des zuständigen Waldministeriums und verlässlichen Regierungstruppen zum Schutz der Elefanten zu entsenden. Die Umsetzung wurde von der Regierung in Bangui jedoch bisher verzögert.

WWF appelliert an die Weltgemeinschaft

"Es kann nicht sein, dass vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein einzigartiges Naturparadies geschändet wird. Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, diese einzigartige Stätte des UNESCO-Weltnaturerbes zu schützen und das Chaos und die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik zu beenden", sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland.

Bedroht seien mit dem Park und seiner Natur nicht nur die Elefanten, sondern die Zukunft der Menschen vor Ort. "Die exorbitanten Gewinne aus dem Elfenbeinhandel befeuern außerdem massiv den unkontrollierten Handel mit Kriegswaffen in der gesamten Region", erklärt Brandes.

Der WWF ist seit den 1980er Jahren mit Schutzprojekten in der Region Zentralafrika engagiert. Vor allem der Waldelefant ist stark bedroht: In Afrika leben noch etwa 100.000 dieser Tiere, die meisten davon in Zentralafrika. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Bestand im Kongobecken um 62 Prozent gefallen. So wurden beispielsweise in Gabun seit 2004 bis heute 11.000 Waldelefanten getötet. Insgesamt sterben jährlich bis zu 30.000 Dickhäuter in Afrika, für deren Stoßzähne in Asien Zehntausende von Euro gezahlt werden.