Polizei nimmt Betreiber-Ehepaar und Leiterin fest

Verdacht auf Misshandlung: Altenheim im Kreis Goslar durchsucht

Polizei durchsucht Altenheim im Landkreis Goslar In Lagelsheim im Lankreis Goslar durchsuchen seit den frühen Morgenstun
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10. August 2020 - 14:30 Uhr

Goslar: Ermittler durchsuchten Altenheim und Privatwohnungen

Am Montagmorgen durchsuchte die Polizei ein Seniorenwohnheim und zwei Privatwohnungen im niedersächsischen Landkreis Goslar. Drei Personen wurden festgenommen, das Betreiber-Ehepaar des Altenheims und die Leiterin der Einrichtung. Sie werden der Misshandlung Schutzbefohlener, des Betrugs sowie der gefährlichen und schweren Körperverletzung verdächtigt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber RTL mit.

Senioren offenbar mit Beruhigungsmittel ruhiggestellt

Polizei durchsucht Altenheim im Landkreis Goslar In Lagelsheim im Lankreis Goslar durchsuchen seit den frühen Morgenstunden Polizeibeamte ein Seniorenheim. Laut Landkreis Goslar besteht ein Verdacht gegen die Betreiber, wie Pressesprecher vor Ort ber
In Langelsheim im Landkreis Goslar durchsuchen seit den frühen Morgenstunden Ermittler ein Altenheim.
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Es sind schwere Vorwürfe gegen das 54 und 55 Jahre alte Betreiber-Ehepaar sowie die 46-jährige Leiterin des Pflegeheims. Alle drei Verdächtigen seien am Morgen wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft genommen worden, sagte Sascha Rüegg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig auf RTL-Anfrage. Am Morgen seien neben dem Seniorenheim in Langelsheim noch zwei Privatwohnungen durchsucht worden. Wonach die Ermittler suchten, wollte der Sprecher noch nicht sagen. Auch nicht, ob die Durchsuchung abgeschlossen ist.

Wie der NDR berichtet, sei zuvor eine Anzeige der Heimaufsicht wegen Unregelmäßigkeiten bei den Behörden eingegangen. Dabei soll bei der Abrechnung von Pflegestufen betrogen worden sein. Die Ermittlungen liefen bereits seit Anfang des Jahres, heißt es. Zudem sollen den Bewohnern des Altenheims Beruhigungsmittel verabreicht worden sein, berichtet der Sender.

Sonderstab soll sich um Bewohner kümmern

Der Landkreis habe unterdessen einen 29-köpfigen Sonderstab eingesetzt. Dieser soll den Weiterbetrieb der Einrichtung sichern und sich um die Bewohner kümmern. Man werde dafür Sorge tragen, dass es den Bewohnern an nichts mangelt, sagte die Erste Kreisrätin Regine Breyther dem NDR. 

Für die Angehörigen sei ein Info-Telefon eingerichtet worden. Die Rufnummer lautet: (05321) 76 711.