Gucci-Bande prügelte Rentner Ali Polat ins Koma

Sohn des Opfers erzählt: „Einer dieser Jugendlichen ist mit einem Karate-Tritt in seinen Kopf reingesprungen“

29. Mai 2019 - 9:23 Uhr

Der Rentner befindet sich immer noch in Lebensgefahr

Was treibt eine Gruppe von Jugendlichen dazu, einen Rentner ins Koma zu prügeln? Der Fall rund um die "Gucci-Gang" von Wuppertal sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Das Opfer, Ali Polat, schwebt weiter in Lebensgefahr. Wie brutal der Angriff wirklich abgelaufen ist, schildert der Sohn des Opfers, Ecevit Polat, im Interview im Video.

Auch als Ali Polat bereits am Boden lag, soll die Gruppe weiter auf ihn eingetreten haben

Sein Vater sei vor dem Angriff ein fitter Mann für seine 70 Jahre gewesen, groß und kräftig. Ali Polat war in Wuppertal bekannt, hatte mehrere Lebensmittelläden in der Stadt. Jetzt liegt er im Koma, hat Hirnblutungen. Es sieht nicht gut aus für den Rentner. Im Treppenhaus seines Wohnhauses soll eine Gruppe Jugendlicher, die sich selbst offenbar die "Gucci-Bande" nannte, auf den Rentner eingeprügelt haben. Und das nur, weil er die Gruppe bat, das Treppenhaus nicht als Aufenthaltsraum zu nutzen. Auch als er bereits am Boden lag, wurde laut Zeugenaussagen weiter auf ihn eingetreten.

Gucci-Gang soll stadtweit bekannt gewesen sein

Die Gruppe, die Ali Polat ins Koma geprügelt haben soll, sei im Stadtteil sehr bekannt, erzählt sein Sohn. Viele Menschen fühlten sich durch die "große und gefährliche" Gruppe auch unsicher. "Man hat Angst, dass einem was geschieht", so Ecevit Polat. Für ihn ist Angst auch die Erklärung, warum von knapp 20 Menschen nur eine Person seinem Vater zur Hilfe eilte. "Zeugen, die hier unmittelbar vorbeigingen, die haben das auch gesehen, aber die haben gesagt, dass sie sich nicht getraut haben, dagegen zu intervenieren, weil die natürlich auch Angst hatten."

Zwei 14-Jährige sitzen in Untersuchungshaft

Eine Richterin schickte die beiden mutmaßlichen Haupttäter (14) wegen schwerer Körperverletzung in Untersuchungshaft. Einer von ihnen sei erst seit wenigen Tagen wieder auf freiem Fuß gewesen. Beide hätten bereits eine "unglaubliche Vergangenheit", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Einer habe schon als strafunmündiges Kind unter 14 Jahren 60, der andere etwa 140 Eintragungen bei der Polizei gehabt. Nach derzeitigem Stand habe das Duo den Mann nicht töten wollen. Dennoch ermittelt eine Mordkommission. An der Tat sollen auch drei bis vier Mädchen beteiligt gewesen sein, die die beiden Jungs anfeuerten, sie sind jedoch auf freiem Fuß.