Wuppertal: Gericht spricht Vergewaltigungs-Opfer Rekord-Schmerzensgeld zu

07. Februar 2013 - 14:28 Uhr

Täter für zwölfeinhalb Jahre hinter Gittern

Das Wuppertaler Landgericht hat einer vor vier Jahren vergewaltigten Frau ein Rekord-Schmerzensgeld von 100.000 Euro zugesprochen. Damit ging das Gericht noch über die Forderungen der 20-Jährigen hinaus. Ihr Anwalt hatte 80.000 Euro gefordert. Das Opfer war zur Tatzeit im vierten Monat schwanger. Nach Justizangaben hat in Deutschland noch nie ein Vergewaltigungsopfer so viel Schmerzensgeld erhalten.

Landgericht, Wuppertal
Das Landgericht Wuppertal sprach ein Rekord-Schmerzensgeld in einem deutschen Vergewaltigungsprozess aus.
© dpa, Caroline Seidel

Das Opfer war 2009 als damalige Schülerin im Alter von 16 Jahren entführt, tagelang gefangen gehalten und mehrfach vergewaltigt worden. Nach seiner Flucht aus der Gewalt des Sexualverbrechers musste das stark traumatisierte Mädchen lange Zeit psychologisch betreut werden.

Das Gericht würdigte die besonders schwerwiegenden Umstände der Tat. Die Frau werde dauerhaft beeinträchtigt sein.

Der Täter war wegen Geiselnahme und Vergewaltigung zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Gutachter stuften ihn als besonders gefährlich ein. Weil er Ersttäter war, konnte das Gericht aber keine Sicherungsverwahrung gegen ihn verhängen. Der Sexualverbrecher stammt aus wohlhabendem Elternhaus.