Wunder von Madrid bleibt aus: Bayern München fliegt aus der Champions League

Real-Stürmer karim Benzema schießt die Bayern aus der Champions League
Karim Benzema dreht nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für Real Madrid jubelnd ab. Die Bayern-Profis Franck Ribery und David Alaba sind kurzzeitig erstarrt
mb, REUTERS, PAUL HANNA

Benzema zerstört Bayerns Triple-Träume

Wie schon im vergangenen Jahr ist der FC Bayern München im Halbfinale der Champions League an der Hürde Real Madrid gescheitert. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel kam der Deutsche Meister beim Starensemble um Cristiano Ronaldo und Toni Kroos nicht über ein 2:2 hinaus. Die frühe Führung der Münchner durch Joshua Kimmich in der dritten Minute machte Real-Stürmer Karim Benzema eiskalt zunichte. Per Doppelpack zerstörte der Franzose die Hoffnungen der Gäste auf das erneute Triple unter dem scheidenden Trainer Jupp Heynckes nach 2013 und bereitete seinem unter Druck stehenden Coach Zinedine Zidane erst mal wieder ein paar ruhige Nächte.

Kimmich wieder Frühstarter - Elfer bleibt Bayern verwehrt

Die Bayern starteten furios. Die erste Kostprobe bajuwarischer Spritzigkeit gab Kimmich ab. Der Nationalverteidiger kam nach einer Flanke von Thomas Müller sträflich frei zum Schuss und netzte aus kurzer Distanz (3. Minute) überlegen ein. Schon beim Chancenwucher im Hinspiel vor einer Woche hatte der 23-Jährige die Münchner in Führung gebracht.

Doch die Antwort der 'Königlichen' ließ diesmal nicht lange auf sich warten. Dauerbrenner Marcelo durfte den Ball von der linken Seite ungehindert in den Strafraum schaufeln, David Alaba in seinem 300. Pflichtspiel für den FCB ließ den Kontakt zu Benzema platzen, der Franzose bedankte sich mit einem platzierten Kopfball (11.). Doch die Bayern hielten den Druck hoch und stellten die Real-Defensive immer wieder vor Probleme - allerdings ohne Erfolg. Thomas Müller und James Rodriguez vergaben die mögliche erneute Führung (32./33.) Kurz vor der Pause gesellte sich dann auch noch das Pech hinzu. Marcelo klärte einen Ball von Kimmich mit der Hand, doch die Pfeife des türkischen Referees Cüneyt Cakir blieb zu Unrecht stumm (43.).

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Tolisso und Ulreich laden Benzema ein

Unmittelbar nach dem Pausentee dann brühte auch das mit 81.000 Zuschauern ausverkaufte Estadio Santiago Bernabeu auf. Ein Rückpass von Corentin Tolisso, der kurzfristig für Javi Martinez in die Startelf gerutscht war, verursachte beim sonst so zuverlässigen FCB-Keeper Sven Ulreich einen folgenschweren Blackout: Statt die Kugel mit aller Wucht vor dem heraneilenden Benzema in den iberischen Nachthimmel zu befehlen, ließ er sie unter sich hindurchkullern. Auch dieses Geschenk nahm der verdutzte Benzema an und schob den Ball zum 2:1 ins leere Tor (46.).

Es war auch ein Zeichen an alle Kritiker, aus deren Visier sich der 30-Jährige mit seinem Doppelpack zumindest für einen Augenblick gestohlen haben dürfte. Unter Standing Ovations wurde er in der 72. Minute durch Gareth Bale ersetzt. Im Gegensatz zu Benzema verkaufte sich Weltfußballer Ronaldo hingegen erneut unter Wert. Hatte CR7 im Hinspiel so gut wie gar nicht stattgefunden, ging sein 152. Auftritt in der Königsklasse mit wenigen Ausnahmen auch diesmal am 'Unantastbaren' latent vorbei.

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Drittes Tor will auch mit der Brechstange nicht fallen

Auch der zweite Gegentreffer nahm den Bayern jedoch nicht den Glauben an sich selbst. Ganz nach ihrem Selbstverständnis schnürten sie die Hausherren ein. Unermüdlich wie eh und je: Franck Ribery. Zwingendes sprang aber erst in der 63. Minute heraus. Einen Gewaltschuss von James aus 15 Metern blockte Raphael Varane zunächst, doch im Nachsetzen schob die Real-Leihgabe den Ball durch die Hosenträger von Torhüter Keylor Navas zum 2:2 in die Maschen. Der Traum war wieder zum Greifen nahe, bei einem 3:2 wären die Bayern aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore ins Endspiel eingezogen. So warfen sie alles nach vorne. Mit Sandro Wagner brachte Heynckes in der 75. Minute einen weiteren Stürmer, wenig später (83.) ersetzte Martinez den agilen James. Hünen waren gefragt, um die Brechstange zu vergrößern. Brechen aber taten fortan nur die bayerischen Herzen. Trotz leidenschaftlichem Kampf, 60 Prozent Ballbesitz und einem Chancenverhältnis von 22:9 gelang den Münchner der ersehnte dritte Treffer nicht mehr.

Müller: "Wahnsinnsspiel"

"Es tut extrem weh. Wir hatten schon im Hinspiel ein Chancenplus. Wir hatten heute viele Situationen, in denen wir im Strafraum waren, in denen es gebrannt hat", sagte Mats Hummels im ZDF: "Daraus hätten wir mehr machen müssen." Müller sprach von einem "Wahnsinnsspiel".

Im Finale trifft Titelverteidiger Real am 26. Mai in Kiew auf den Gewinner zwischen AS Rom und dem FC Liverpool (Hin: 2:5). Eine Woche vorher (19.5.) haben die Bayern die Chance, mit einem Sieg im Finale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt zumindest das Double perfekt zu machen.