Wulschners Experiment: Reitturnier in Corona-Zeiten

15. Mai 2020 - 18:02 Uhr

Mitten in der Corona-Pandemie organisiert der ehemalige Nationenpreis-Reiter Holger Wulschner ein Turnier auf seiner Anlage in Groß Viegeln in Mecklenburg-Vorpommern. Von Donnerstag bis zum Sonntag sind 16 Springprüfungen für jüngere Pferde bis acht Jahren ausgeschrieben.

"So lange wir Corona im Nacken haben, wollen wir gerne unsere Anlage zur Verfügung stellen, damit wir ein bisschen weiterkommen in der Ausbildung der jungen Pferde und auch unseren Kollegen diese Möglichkeit bieten", sagte der 56-Jährige. Zuschauer sind nicht dabei.

Startberechtigt sind nur Berufsreiter und Berufsausbilder. Er denke, "dass die, die ihr Einkommen durch Beritt und Handel verdienen, am dringendsten diese Turnierstarts brauchen", meinte der Derby-Sieger von 2000. Sollte das Turnier erfolgreich verlaufen, könnte es aber auch Veranstaltungen für junge Reiter und Amateur geben.

Bei dem Turnier gelten strenge Hygieneregeln. Mundschutz muss getragen, Abstand gehalten werden. Bei Anreise werden die Namen und Adressen aller Personen registriert. "Das Ordnungsamt hält dafür den Kopf hin, dass wir lückenlos nachweisen, wer hier auf der Anlage ist - für den Fall, dass es zu einer Infektion kommen sollte", erklärte Wulschner.

Es sei nur eine begrenzte Zahl von Personen auf dem Gelände erlaubt. Jeder Reiter dürfe nur einen Pfleger mitbringen. Siegerehrungen werde es nicht geben. "Die Auflagen sind enorm, das Ordnungsamt wird jeden Turniertag vor Ort sein und kontrollieren, und ich hoffe, dass die Reiter mitziehen und sich an die Vorgaben halten", meinte Wulschner. Sonst müsse es "leider eine einmalige Sache" bleiben.

Quelle: DPA