Wulff mahnt gerechte Lastenverteiling in Euro-Schuldenkrise an

16. Februar 2016 - 10:10 Uhr

Bundespräsident Christian Wulff hat wegen der Euro-Schuldenkrise vor einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung gewarnt und deshalb eine Beteiligung der Banken an weiteren Rettungspaketen gefordert. "Immer mehr Bürgerinnen und Bürger - und zwar nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, auch in Griechenland - haben das Gefühl, dass es nicht fair zugeht, dass es nicht gerecht zugeht, dass die Lasten einseitig verteilt werden", sagte Wulff in der ARD. Wenn aber die Menschen an der Gerechtigkeit zweifelten, sinke die Bereitschaft zu Solidarität und Kooperation.

Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass im Zweifelsfall immer der Staat und damit der Steuerzahler einspringe. "Auch die Banken, auch diejenigen, die im Finanzmarkt hier profitieren, müssen ihren Beitrag bringen, und darauf dringt ja gerade der Deutsche Bundestag, auch verschiedene Regierungen, jetzt auch die französische, und denen muss man Erfolg wünschen." Der Bundespräsident begrüßte die Zustimmung des griechischen Parlaments zu einem weiteren Sparpaket: "Wir können uns wirklich darüber freuen, denn wir wissen ja, dass alle sich zur Decke strecken müssen." Die Griechen müssten nun große Reformanstrengungen meistern, aber auch die EU und der IWF müssten sich zur Solidarität bereiterklären, weil das Projekt Europa eine große Erfolgsgeschichte sei - einschließlich des Euro. Und es sei "alle Anstrengung wert, das zu verteidigen".