RTL-Finanzexpertin Carola Ferstl ordnet Ihr Geld

WTF sind ETFs? Super einfach Geld anlegen mit drei Buchstaben

Carola Ferstl ist Moderatorin bei ntv und Deutschlands bekannteste Finanzjournalistin. Sie hat Bestseller wie „Geld tut Frauen richtig gut“ und „Frauen sind die besseren Anleger“ geschrieben . Ab sofort gibt sie Tipps rund ums Geld bei RTL.
© Carola Ferstl, Malou Pentzien

28. Juli 2020 - 14:52 Uhr

ETF - mit diesen 3 Buchstaben steigen Sie ganz einfach in die Welt der Aktien ein

Wahrscheinlich hat Ihre Tochter eine BFF (beste Freundin) und ihr Sohn beantwortet eine Nachricht grundsätzlich mit LOL (in etwa "ich lach mich kaputt"). Wir sind umgeben von drei Buchstaben, die wichtig zu sein scheinen. Was sie bedeuten, wissen wir nicht immer.

Nehmen wir die drei Buchstaben ETF. Wer weiß schon, dass sich dahinter eine super einfache Möglichkeit verbirgt, sein Geld anzulegen. Man kann Sparpläne einrichten und muss sich um nichts mehr kümmern – das Geld vermehrt sich von alleine. Man muss keine Fristen einhalten und kommt immer an sein Geld. Was steckt nun also dahinter, und warum hat Ihnen Ihr Bankberater noch nie etwas erzählt von diesen ETFs? RTL-Finanzexpertin Carola Ferstl führt Sie in die ETF-Welt ein.

So einfach geht Geld vermehren mit ETFs

  1. Die drei Buchstaben bedeutet Exchange Trade Fund, was übersetzt "börsennotierter Fonds" bedeutet.
  2. Ein Fonds ist ein ganzer Korb von Aktien. Sie kaufen immer einen Teil davon, damit verringern Sie das Risiko. Wenn Sie nur eine Aktie kaufen, tragen Sie das volle Risiko, wie sich dieses Unternehmen entwickelt. Das kann schief gehen, wie man am Beispiel des deutschen Skandal-Unternehmens Wirecard gesehen hat. Haben Sie viele verschiedene Aktien wie bei einem Fonds, dann ist das Risiko besser verteilt.
  3. Ein Fonds, der an der Börse notiert wird, kann jederzeit auch wieder an der Börse verkauft werden.
  4. Bei einem ETF gibt es häufig niemanden, der die Aktien auswählt. Der Fonds investiert einfach in alle Aktien aus einem Index, wie zum Beispiel dem DAX (wieder drei Buchstaben - in diesem Korb sind die Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen). Daher nennt man ETFs auch häufig Indexfonds.
  5. Da niemand Aktien auswählen muss, spart man sich bei einem ETF die teuren Experten. Somit ist der Fonds günstiger (darum hat Ihr Bankberater auch wenig Interesse, einen ETF zu verkaufen).
  6. Weil die Kosten niedrig sind macht es Sinn, auch schon mit wenig Geld in einen ETF zu investieren.
  7. Besonders beliebt sind Sparpläne mit einem ETF, denn hier kann man mit kleinen Beträgen regelmäßig sparen. Außerdem kauft man einfach mehr Anteile für das gleiche Geld, wenn die Aktienmärkte einmal fallen. Steigen Sie dann wieder, so profitiert man davon (Durchschnittskosteneffekt nennt man das, endlich ein Wort mit mehr als nur drei Buchstaben).
  8. Das Geld in einem ETF ist sogenanntes Sondervermögen. Das heißt, dass Sie es zurückbekommen, wenn der Anbieter eines ETF pleitegehen sollte, was sehr unwahrscheinlich ist.

ETFs für jeden Geschmack: Investieren Sie in Nachhaltigkeit oder neue Technologien

Alles zusammen macht einen ETF zu einer perfekten Anlage-Idee, wenn man sich wenig auskennt und nicht viel Geld zur Verfügung hat. Denn auch wenn Aktienmärkte zwischendurch mal fallen können: In den vergangenen Jahren hätte man damit jedes Sparbuch um Längen geschlagen. Warum sollten auch Sie nicht auf diese Möglichkeit der Geldvermehrung setzen?

Möchten Sie tiefer in die ETF-Welt eintauchen, dann werden Sie feststellen, dass es sie inzwischen nicht nur auf Indizes, sondern zu allen möglichen Themen gibt, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder neuen Technologien. Damit bekommen auch Privatanleger ganz einfach die Möglichkeit, wie die großen Anleger ihr Geld auf viele Töpfe und aktuelle Themen zu verteilen.