Wolfsburg: IS-Zelle plant offenbar Terror-Anschläge in Deutschland

8. Juli 2015 - 19:27 Uhr

Bis zu 50 Unterstützer

Mitten in Wolfsburg soll eine Terror-Zelle des IS möglicherweise Anschläge bei uns in Deutschland vorbereiten. Das berichtet die Bild-Zeitung. Demnach ermittelt die Bundesanwaltschaft ganz konkret gegen einen 26-jährigen Verdächtigen. Dieser soll in Syrien im Umgang mit Waffen und Sprengstoff ausgebildet worden sein.

IS-Zelle in Wolfsburg plant offenbar Terror-Anschläge in Deutschland
Mitten in Wolfsburg soll eine Terror-Zelle des IS möglicherweise Anschläge bei uns in Deutschland vorbereiten.
© picture alliance / ZUMAPRESS.com, Medyan Dairieh

Bis zu 50 Unterstützer soll die Wolfsburger Zelle haben. Das örtliche Islamische Kulturzentrum warnt indes vor Pauschalisierungen. Für die Taten oder Ansichten einer Minderheit dürften nicht die Muslime per se verantwortlich gemacht werden, sagte Geschäftsführer Mohamed Ibrahim. Gründe für eine Radikalisierung könnten unter anderem Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung und Langeweile sein, vermutet Ibrahim. "Aber eine genaue Begründung dazu kann ich Ihnen nicht liefern." Das Kulturzentrum will seine Jugendarbeit nun verstärken. Es erreicht nach eigenen Angaben rund 1.500 Muslime in der Region Wolfsburg. Die Extremisten würden aber Kontaktversuche blocken. "In der Regel ist es so, dass sich diese Menschen dann abkapseln und in ihrer Welt leben."

Vorratsdatenspeicherung wieder Thema

Inzwischen geht die Bundesregierung davon aus, dass bislang mehr als 600 Islamisten aus Deutschland in den Irak und nach Syrien ausgereist sind. Bis zu 180 sollen schon wieder zurück sein. Doch die alle zu überwachen, ist für die Polizei unmöglich. "Um eine Person rund um die Uhr zu überwachen, braucht man mindestens 25 bis 40 oder sogar 60 Leuten. Das hängt davon ab, wie verdeckt diese Ermittlung sein muss", erklärt Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Diese beklagt, dass die Politik plant, weitere 10.000 Stellen einzusparen. Dafür will die Bundesregierung potenziellen Dschihadisten nun aber die Pässe und Personalausweise entziehen. Mit einem entsprechenden Ersatzdokument wäre ihnen die Ausreise dann nicht mehr erlaubt.

"Wir haben die verdammte Pflicht, alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um die Gefahr von Terroranschlägen unter Beteiligung Deutscher daran, im In- und Ausland zu vermindern", meint Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU).

SPD-Chef Gabriel hat jetzt sogar Gesprächsbereitschaft bei der Vorratsdatenspeicherung zugesagt. Fraglich ist, ob das die teils extrem fanatischen Dschihadisten wirklich stoppen kann. In Frankreich hat das nichts gebracht.