Wolfgang Schäuble soll angeblich Bundestagspräsident werden

27. September 2017 - 16:36 Uhr

Nachfolger von Norbert Lammert?

Eine große Personalentscheidung ist kurz nach der Bundestagswahl wohl schon gefallen: Der bisherige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) soll neuer Bundestagspräsident werden. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt wollen Schäuble bei der Fraktionssitzung am 17. Oktober für das Amt vorgeschlagen, wie es aus Fraktionskreisen verlautete. Darüber hatte auch die 'Bild'-Zeitung berichtet. Der 75-jährige wäre damit Nachfolger von Norbert Lammert (CDU).

Wolfgang Schäuble ist der erfahrenste und populärste Minister im Kabinett

Schäuble würde damit in einer neuen Bundesregierung nicht weiter das Finanzressort führen. Wer ihm im Finanzministerium folgt, dürfte erst am Ende der schwierigen Koalitionsverhandlungen feststehen.  Schäuble ist seit 2009 Bundesfinanzminister. Der 75-Jährige ist der erfahrenste sowie populärste Minister im Kabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Finanzministerium gilt als Schlüsselressort in einem Regierungsbündnis.

Als künftiger Bundestagspräsident könnte Wolfgang Schäuble nicht an den Koalitionsverhandlungen teilnehmen.  Nach dem Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Bundestag waren zuletzt aber Forderungen lauter geworden, Schäuble und damit einen erfahrenen Parlamentarier mit der nötigen Autorität zum Bundestagspräsidenten und Nachfolger von Norbert Lammert (CDU) zu wählen. Es ist das zweithöchste Amt im Staate. Schäuble selbst hatte sich bisher nicht zu seinen Ambitionen geäußert.

Seit 45 Jahren Abgeordneter im Deutschen Bundestag

Wolfgang Schäuble sitzt seit 1972 für die CDU im Bundestag und ist dienstältester Abgeordneter. Dem Politprofi und Juristen wird am ehesten zugetraut, den Umgang mit der AfD im Parlament zu regeln. Schäuble war lange Zeit auch Fraktionschef der Union im Bundestag sowie Bundesinnenminister. Den neuen Bundestag wird Schäuble ohnehin als Alterpräsident eröffnen.

Schäuble hatte in den vergangenen acht Jahren maßgeblich die Euro-Schuldenkrise gemanagt und den Umbau der Währungsunion vorangetrieben. Unter Schäuble hatte der Bund 2014 erstmals seit etwa vier Jahrzehnten wieder einen Haushalt ohne neue Schulden vorgelegt. Die 'Schwarze Null' stand auch in den Folgejahren und soll nach der Finanzplanung der bisherigen Regierung auch bis 2021 stehen.