Wolfgang Bosbach (CDU) äußert sich wütend zu G20-Krawallen: "Der hat nicht mehr alle Latten am Zaun"

20. Juli 2017 - 11:45 Uhr

Hätten die Krawalle während des G20-Gipfels verhindert werden können? War Hamburg überhaupt der richtige Ort für den Gipfel? Und hätte die Polizei anders agieren müssen? In einem Interview mit dem Fernsehsender n-tv zu den Ausschreitungen während des Gipfels platzt Wolfgang Bosbach der Kragen. Der CDU-Innenexperte hat zu den Gewaltausbrüchen eine klare Meinung. 

"Alle Befürchtungen, sogar die schlimmsten, sind eingetreten."

Es wundert ihn nicht, dass es mit den Krawallen so weit gekommen ist: "Ich wundere mich über all diejenigen, die sich wundern. (…) Wie naiv kann man eigentlich sein, dass man das nicht ahnen konnte?"  Denn über die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden sei im Vorfeld des Gipfels in der letzten Sitzung des Innenausschusses ausführlich informiert worden. "Alle Befürchtungen, sogar die schlimmsten, sind eingetreten", so Bosbach.

Allen, die nun der Polizei die Schuld an dem Ausmaß der Ausschreitungen geben, entgegnet der Politiker: "Das fehlt jetzt noch, dass die Polizei schuld ist an dem, was da passiert ist. Schuld sind die Chaoten, die unter Vorwand eines politischen Protestes schwere und schwerste Straftaten begehen (...) Wer glaubt, die Attacke auf ein Fahrradgeschäft sei der Ausdruck einer politischen Gesinnung, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun."

Bosbach ärgert, dass oft voreilig der Polizei die Schuld in derartigen Extremsituationen zugeschoben wird: "Greift die Polizei hart durch, wird am nächsten Tag Polizeigewalt kritisiert. Ist die Polizei nicht an allen Orten zur gleichen Zeit – was sie gar nicht sein kann – wird sofort kritisiert, dass die Polizei nicht konsequent durchgegriffen hat." Er plädiert dafür, der Polizei den Rücken zu stärken, statt ihr in den Rücken zu fallen.

Doch auch wenn bekannt war, dass die Proteste so ablaufen würden, ist sich Bosbach dennoch sicher, dass eine Großstadt der richtige Ort für den G20-Gipfel war. Um die Veranstaltung an einem abgelegenen Ort durchführen zu lassen, sei der Gipfel viel zu groß. Dafür sei eine Großstadt nötig. Den ganzen Wutausbruch des CDU-Politikers sehen Sie im Video.