Immer wieder Probleme mit dem Wolf

Nur maximal 500 Wölfe in Niedersachsen: Umweltminister Olaf Lies (SPD) will Zahl der Tiere begrenzen

Symbolbild: Europäischer Grauwolf
© dpa, Ingo Wagner

17. September 2020 - 10:38 Uhr

Wie im Nachbarland Frankreich

Wölfe reißen in Niedersachsen immer wieder Nutztiere wie Schafe, Rinder und Pferde. Sogenannte Problemwölfe machen es Landwirten und Politikern schwer, wie ein Rüde aus dem Rodewalder Rudel, der mit Unterbrechungen seit vergangenem Jahr sogar zum Abschuss freigegeben ist. Im niedersächsischen Landtag wurde nun wieder über das Thema Wolf debattiert. Umweltminister Olaf Lies (SPD) sprach sich für das französische Modell aus, nach dem im Nachbarland die Zahl der Altwölfe auf 500 Tiere begrenzt ist. Als Altwolf gilt ein Tier ab dem 3. Lebensjahr. Nach der Debatte sagte der Umweltminister gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), er könne sich nicht mehr als 500 Wölfe insgesamt, also Jungtiere und Altwölfe, in Niedersachsen vorstellen. Bei einer solchen Grenze von 500 Wölfen läge die entsprechende Obergrenze für Altwölfe bei 100 Tieren. Laut HAZ leben zurzeit rund 75 Altwölfe in Niedersachsen.

Gibt es jetzt schon zu viele Wölfe in Niedersachsen?

Wie die HAZ schreibt, ist die Grenze für die Anzahl an Wölfen in Niedersachsen für CDU, FDP und AfD bereits überschritten. Auch der deutsche Bauernverband kritisierte vor kurzem die steigende Zahl an Wolfsangriffen in ganz Deutschland. Für die Grünen im niedersächsischen Landtag ist der richtige Umgang mit dem Thema Wolf laut HAZ aber nicht Abschuss und Begrenzung, sondern bessere Zäune und Entschädigungen für Nutztierhalter.

Laut dem Wildtiermanagement Niedersachsen leben Stand September 2020 zurzeit in dem Bundesland 35 Wolfsrudel und 2 Wolfspaare.