Fehlte ein Rauchmelder?

Feuerdrama in Grimma: Mutter und Tochter sterben bei Wohnungsbrand

Zwei Tote nach Wohnungsbrand in Grimma
© dpa, Sebastian Willnow, wil cul

19. Februar 2020 - 14:09 Uhr

Brandkatastrophe in der Nacht

Der Brand in einem Mehrfamilienhaus im sächsischen Grimma hat zwei Todesopfer gefordert. Bei dem Feuer in der Nacht zum Montag starben eine 32jährige Mutter und ihre acht Jahre alte Tochter. Ein zwölfjähiger Junge konnte sich selbstständig aus der Wohnung befreien. Während die Brandermittlungen noch andauern, gibt es einen ersten schlimmen Verdacht. Das Feuerdrama hätte womöglich verhindert werden können.

Brand entstand in der Küche

Der verherrende Brand war am Montag, gegen 2.45 Uhr, in der Wohnung einer alleinerziehenden Mutter und ihren 3 Kindern ausgebrochen. Während sich der älteste Sohn der Frau aus eigenen Kräften aus der Wohnung retten konnte, wurde die 32jährige, zusammen mit ihren beiden kleineren Kindern (7, 8) in den Flammen eingeschlossen. Das achtjährige Mädchen starb noch vor Ort. Der siebenjährige Junge und die Mutter kamen in die Uniklinik nach Leipzig, wo die Mutter später ihren Verletzungen erlag.

Erste Ermittlungen ergaben, dass der Brand vermutlich in der Küche der Wohnung ausbrach. "Es fanden sich Hinweise darauf, dass eine falsche Handhabung des Küchenherdes der Auslöser war", erklärte ein Polizeisprecher. Ob das Gerät angelassen wurde oder etwas darauf stand, könne derzeit noch nicht sicher gesagt werden.

Schlimmer Vorwurf der Nachbarn

Die Nachbarn stehen noch immer unter Schock. Im Gespräch mit RTL-Reporterin Liv von Boetticher erzählen einige, dass es in dem Brandhaus angeblich keine Rauchmelder gegeben habe. In Sachsen gilt seit dem 01. Januar 2016 die Rauchmelderpflicht für Neu- und Umbauten. Demnach müssen in allen Schlaf- und Kinderzimmern, sowie in allen Fluren, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen, Rauchmelder installiert werden. Problem: die Rauchjmelderpflicht gilt derzeit noch nicht für Bestandsbauten bzw. Altbauten.

Nicht der erste Schicksalsschlag für die Familie

Für die beiden überlebenden Kinder, die in der Nacht zu Montag ihre Mutter und ihre achtjährige Schwester verloren, war die Feuertragödie nicht der erste Schicksalsschlag. Vor ca. einem Jahr,  so erzählt eine gute Freundin der Familie, haben die Kinder bereits ihren Vater durch eine Krebserkrankung verloren. Die Stadt Grimma hat für die Familie ein Spendenkonto eingerichtet.