Wohnung nach Einbruch in Brand gesteckt?

Die Statue der Justitia. Foto: Arne Dedert/dpa/archivbild
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06. Juli 2020 - 13:30 Uhr

Ein mutmaßlicher Einbrecher, der zur Verdeckung seiner Tat in Berlin-Weißensee einen Brand gelegt haben soll, muss sich seit Montag vor dem Landgericht verantworten. Der 41-Jährige soll im Mai 2019 in eine Erdgeschosswohnung eingedrungen sein. Er habe Schmuck und Goldbarren im Gesamtwert von rund 30.000 Euro erbeutet, heißt es in der zu Prozessbeginn am Montag verlesenen Anklage. Anschließend habe er im Flur eine Jacke angezündet und den Tatort verlassen. Die Verteidiger erklärten, dass ihr Mandant zunächst schweigen werde.

Der einschlägig vorbestrafte Mann soll sich laut Anklage mit einem "unbekannten Werkzeug" Zugang zu der Wohnung verschafft und dann Kommoden, Schubladen und Schränke durchwühlt haben. Er habe neben vier Goldbarren mehrere Ringe, Ketten und Armbanduhren eingesteckt. Schließlich habe er an der Schwelle zur Küche eine vorgefundene Jacke in Brand gesteckt, "um die Entdeckung der Tat beziehungsweise etwaige von ihm verursachte Spuren unbrauchbar zu machen", so die Anklage. Das Feuer habe zwar gelöscht werden können, die Wohnung sei aber durch einen starken Rußniederschlag zunächst unbewohnbar gewesen.

Eine am Tatort sichergestellte DNA-Spur habe zu dem Angeklagten geführt, hieß es am Rande der Verhandlung. Seit April 2020 befindet sich der Mann in Untersuchungshaft. Ihm werden Wohnungseinbruchsdiebstahl und besonders schwere Brandstiftung zur Last gelegt. Die Verhandlung wird am 9. Juli fortgesetzt.

Quelle: DPA