Preis wohl kaum abschreckend

Aldi verlangt Geld für Obst-Plastiktüten

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11. Juni 2019 - 7:54 Uhr

Ist das eine Alternative?

Seitdem Plastiktüten in Supermärkten kostenpflichtig sind, ist der Verbrauch der kleinen Obst-Plastiktütchen stark gestiegen. Aldi will dagegen jetzt vorgehen – und verlangt einen eher symbolischen Preis. Ob das den Verbrauch wirklich senken kann?

Discounter reagiert auf Plastik-Flut

Für die dünnen Tütchen aus der Obst- und Gemüseabteilung sollen Kunden bei Aldi Nord und Aldi Süd zukünftig einen Cent bezahlen, so die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Kosten-Maßnahme soll offiziell am Dienstag bekanntgegeben werden, dann sollen Details zum Umfang und Startzeitpunkt der Aktion veröffentlicht werden.

Drei Milliarden Obst-Tüten verbraucht

Allein in 2018 haben Kunden deutschlandweit drei Milliarden der Obst- und Gemüsetüten verbraucht. Viele sehen das als Antwort auf die kostenpflichtigen Plastik-Tragetaschen an den Kassen.

Während sich reißfestere Tüten immerhin noch zweckentfremden oder wiederverwenden lassen, ist die Gebrauchsdauer der Obst-Tütchen erschreckend kurz. Sie halten ein paar Äpfel, Kiwis oder anderes Gemüse und tragen es bis nach Hause. Nach wenigen Minuten werden sie nicht mehr gebraucht – werden uns aber alle überdauern. Denn ob und wenn ja, bis sich das Plastik zersetzt hat, vergehen Jahrhunderte.

Jeder Verbraucher hat 2018 im Schnitt 38 Tütchen verbraucht, das klingt wenig, summiert sich aber bei über 80 Millionen Menschen in Deutschland schnell zu einem handfesten Umweltproblem.

Wie effektiv ist die 1-Cent-Idee?

Aldi erhofft sich durch den Symbolpreis einen Ruck in der Supermarkt-Branche. "Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen", sagte Kristina Bell, die im Einkauf von Aldi Süd für Qualitätssicherung und Unternehmensverantwortung zuständig ist, der "Süddeutschen Zeitung".

Ab Herbst will der Discounter wiederverwendbare Beutel anbieten. Andere Supermärkte und Discounter haben diese bereits im Sortiment. Der Supermarkt-Riese Real hat bereits angekündigt, die Plastik-beutel bis 2020 durch Papier ersetzen zu wollen – klingt zunächst besser, hat aber nicht unbedingt eine verbesserte Umweltbilanz.