Gesund durch's Wochenbett

Wochenfluss: Wenn der Körper die Geburt verarbeitet

Nach der Geburt muss sich der Körper erst einmal von der Schwangerschaft erholen. Der Wochenfluss ist ein typisches Symptom, das hierbei auftritt.
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26. Juni 2020 - 12:00 Uhr

Wochenfluss: So verarbeitet der Körper die Geburt

Während der Schwangerschaft gab es ganze neun Monate lang keine Regelblutung mehr. Als wollte der Körper das nachholen, fließt für einige Wochen nach der Geburt blutiger Ausfluss aus der Scheide. Es handelt sich um den sogenannten Wochenfluss, der allerdings keine Menstruationsblutung ist, sondern Wundsekret aus der Gebärmutter. Er hält von Frau zu Frau unterschiedlich lange und setzt eine gute Grundhygiene voraus. Was müssen Sie über den Wochenfluss wissen und wie kann diese Zeit so angenehm wie möglich gestaltet werden?

Warum entsteht Wochenfluss?

Lochien, postnataler Ausfluss, Wochenfluss... Namen für ihn gibt es viele, jede Frau bekommt ihn unmittelbar nach der Entbindung. An der Stelle, wo die Plazenta saß, ist durch die Geburt und der Abstoßung des nun unnötig gewordenen Organs eine große Wunde entstanden. Daher fließt wegen der Abheilung der Gebärmutter gerade in den ersten Tagen nicht wenig blutrotes Wundsekret aus der Scheide. Lassen Sie sich von den Mengen nicht verunsichern, das ist normal. Es wird weniger, je weiter sich die Gebärmutter zusammenzieht, da sich dadurch auch die Wundfläche verkleinert. Dennoch kann es bis zu acht Wochen dauern, bis er vollständig versiegt ist.

Wie lange darf der Wochenfluss dauern?

Die ersten Tage nach der Geburt sind können durch die große Menge an Wundsekret etwas unangenehm sein. Um diese aufzufangen, müssen dicke Binden verwendet werden. Doch bereits nach den ersten Tagen reichen Ihnen kleinere Binden. Die Dauer des Wochenflusses ist sehr unterschiedlich: Bei manchen Frauen dauert er gerade einmal zwei bis drei Wochen, bei anderen kann er bis zu acht Wochen anhalten.

Achten Sie auf Schmerzen oder Verfärbungen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Einige Wochen nach der Geburt gibt es zudem eine Nachuntersuchung beim Gynäkologen, der Sie auch nach dem Wochenfluss fragen wird.

Gesund durchs Wochenbett – Tipps und Hinweise

So unangenehm der Wochenfluss ist – er ist das Resultat einer großen innerlichen Wunde, die nach und nach abheilt. Je weniger er wird, desto weiter ist die Gebärmutter bereits abgeheilt. Bis der Wochenfluss vollständig versiegt, tragen Sie jedoch eine innere Wunde, die sich entzünden könnte. Das bedeutet, dass Sie jetzt auf äußerste Hygiene achten müssen: Tägliches Duschen ist optimal. Wechseln Sie bei starkem Wochenfluss die Binde regelmäßig, um ein angenehmeres Gefühl im Alltag zu erhalten.

Der Wochenfluss ist nicht geruchslos, er darf aber auch nicht übel riechen. Ist das der Fall, deutet das auf Bakterien hin und Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Bis der Wochenfluss versiegt, sollten Sie zum Schutz vor Infektionen der Wundfläche auf Sex sowie Schwimmbadbesuche verzichten.

Wochenfluss oder Regelblutung?

Wenn Sie stillen, kann es noch sehr lange dauern, bis die erste Menstruation nach der Geburt wieder einsetzt. In der Regel kehrt der Zyklus früher wieder zurück, wenn Sie nicht stillen. Blutungen nach der Geburt sind allerdings nicht immer ganz klar zuzuordnen. Manche Frauen erleben gerade noch die letzten Tage des Wochenflusses und beobachten dann eine stärkere Blutung. Dabei kann es sich bereits um eine erste Regelblutung handeln, doch nur der Gynäkologe kann dies mit Gewissheit feststellen. Sollte dem so sein, müssen Sie ab jetzt damit rechnen, wieder schwanger werden zu können.