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Wochenbettdepression: Woher kommt die postpartale Krankheit und was hilft?

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Verbergen Sie niemals Ihre Sorgen und Ängste nach der Geburt. © Getty Images, Rike_

Eine Wochenbettdepression kommt öfter vor als man meint

Ist die Geburt geschafft und das Baby auf der Welt, ist doch eigentlich die größte Herausforderung gemeistert – oder? Nicht unbedingt. Viele Mütter fallen nach der Geburt in ein emotionales Loch. Ärzte sprechen hierbei von einer Wochenbettdepression. Was die Depression auslösen kann und was Sie vorbeugend tun können, erfahren Sie hier.

Bevor das Baby da ist, gehen ihm im besten Fall eine intensive Familienplanung, eine neun Monate andauernde Vorfreude sowie eine so spannende wie anstrengende Schwangerschaft voraus. Wenn das Kind dann endlich auf der Welt ist, bleiben für manche Mütter die erhoffte Euphorie und das Glück jedoch aus. Sie fallen in ein emotionales Stimmungstief – dieses wird auch als Wochenbettdepression bezeichnet.

Wie äußert sich eine Wochenbettdepression?

Laut dem Online Portal baby-und-familie.de sind jährlich mindestens zehn bis 20 Prozent aller Mütter in Deutschland von der Wochenbettdepression, auch postpartale Depression genannt, betroffen. Sie kann sowohl in den ersten Wochen als frischgebackene Mutter als auch jederzeit innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Geburt auftreten.

Die Symptome der Wochenbettdepression können ganz unterschiedlich sein und äußern sich physisch als auch psychisch. So leiden viele Mütter nicht nur an einer konstanten Erschöpfung und Ruhelosigkeit, sondern verspüren auch eine tiefe Traurigkeit, können sich schwer konzentrieren, sind sehr empfindsam und ängstlich sowie leicht reizbar.

Dabei verbindet die Mütter eine gemeinsame Sorge: Sie fühlen sich ihrer neuen Aufgabe nicht gewachsen. Der Full-Time-Job als Mutter überfordert sie, sie haben Angst mit ihrem Baby nicht richtig umgehen zu können und fühlen sich von ihrem gewohnten Umfeld isoliert.

Ursachen für eine postpartale Depression

Mitunter ein Grund dafür, warum sich Frauen nach der Geburt niedergeschlagen und traurig fühlen, ja gar eine Wochenbettdepression entwickeln, ist die hormonelle Umstellung. Nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel schlagartig. Gleichzeitig beginnt der Körper aber auch damit, vermehrt das Hormon Prolaktin auszustoßen, das für die Milchproduktion zuständig ist. Starke Stimmungsschwankungen sind dabei keine Seltenheit.

Aber auch vorausgegangene Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen können Ursachen dafür sein, dass die Mutter nach der Geburt in eine Depression verfällt. Musste bei Geburt beispielsweise ein Notkaiserschnitt gemacht werden oder eine Saugglocke zum Einsatz kommen, kann das von der Mutter als traumatisches Erlebnis abgespeichert worden sein.

Tatsächlich kann auch eine genetische Prädisposition, also eine Veranlagung zu depressiven Gedanken vorliegen, welche dann zu einer Wochenbettdepression führen kann. Unterstützt der Partner die junge Mutter nicht ausreichend oder gar nicht, kann dies ebenfalls krankhafte Stimmungstiefs begünstigen.

Wochenbettdepression: Was kann ich tun?

Ganz wichtig ist es, dass Sie im Fall einer Wochenbettdepression Ihre Gefühle nicht verbergen! Schämen Sie sich nicht dafür, sondern sprechen Sie über Ihre Ängste und Sorgen. Das kann mit der eigenen Mutter, der besten Freundin, dem Partner oder einem Arzt sein. Halten Sie Ihre negativen Gedanken jedoch versteckt, verschlimmern sie sich in der Regel nur noch – und können sich im schlimmsten Fall sogar zu Suizidgedanken entwickeln.

Zögern Sie auch nicht, sich professionelle Hilfe bei Ärzten zu holen. Fragen Sie Ihre Hebamme, ob Sie Ihnen Kontakte vermitteln oder auch eine Selbsthilfegruppe empfehlen kann. Je nachdem wie schwer die Depression ist, muss sie gegebenenfalls sogar durch die Gabe von Medikamenten und/oder stationär in einer Klinik behandelt werden.

Kann man einer Wochenbettdepression vorbeugen?

Es ist unheimlich wichtig, dass Sie sich ausgiebig über das Thema Geburt und die Zeit nach der Entbindung im Vorfeld informieren. Sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen, Ihrer Hebamme und auch mit Freundinnen und Bekannten, die bereits Mütter sind.

Besteht eine genetische Vorbelastung Depressionen zu entwickeln, kann eine besondere Unterstützung nach der Entbindung helfen, mit den überwältigenden Gefühlen klar zu kommen und einer Wochenbettdepression vorzubeugen. Zu dieser Unterstützung zählen zum Beispiel: viel Schlaf, wenig Besuch und Unterstützung bei der Betreuung des Babys – sei es durch den Partner oder Ihre Hebamme.

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