WM-Quali Norwegen - Deutschland: Die DFB-Spieler in der Einzelkritik

4. September 2016 - 22:42 Uhr

Müller müllert - Götze irrlichtert

Der Druck, einen erfolgreichen Start in die WM-Qualifikation hinzulegen, war groß. Sichere Bank statt Spektakel war daher die logische Devise. Entsprechend gab es beim souveränen 3:0-Sieg zum Auftakt gegen mut- und ideenlose Norweger in Oslo viel Licht, aber auch ein wenig Schatten im DFB-Team. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Der Kapitän war beim erschreckend (wikinger-)blutleeren Auftritt der Norweger weitgehend beschäftigungslos, machte dabei aber eine gute Figur. Note: 3

Joshua Kimmich: Irrte defensiv zunächst orientierungslos umher, stabilisierte sich aber im Laufe der Partie. Im Spiel nach vorne umso umtriebiger. Schöne Flanke auf Müller (30.). Krönte seine Offensiv-Bemühungen mit seinem ersten Länderspieltor zum zwischenzeitlichen 2:0. Note: 2

Mats Hummels: Präsent wie eh und je – schwankte aber auch wie so oft zwischen Bock-Anfälligkeit (5./75.) und Zweikampfstärke. Note: 4

Benedikt Höwedes: Konstante im Defensivverbund. Hatte die erste Chance (10.) der Partie, ansonsten aber keine Gelegenheiten, mehr als nötig auf sich aufmerksam zu machen. Note: 3

Jonas Hector: Bis auf kleine Unkonzentriertheiten lieferte der Kölner auf der linken Abwehrseite eine grundsolide Vorstellung ab. Brachte sich wie gehabt offensiv gut ein. Note: 3

Toni Kroos: Gewohnt verlässliche Präzisions-Maschine im defensiven Mittelfeld. Dem Real-Motor reichten aber heute auch maximal drei Gänge, um die Ordnung sicherzustellen und die Bälle zu verteilen. Note: 3

Sami Khedira: Der große Antizipator. Stellte Lauf- und Passwege der Norweger immer wieder mit unerschütterlicher Leichtigkeit zu. Arbeitete im Spielaufbau eher hintergründig. Perfekt getimte Flanke auf Müller zum 3:0. Note: 2

Thomas Müller: Herumschleichen war gestern. Der Bayern-Star machte viel Dampf, war stets anspielbar und überzeugte auch als Initiator. Beendete seine fast einjährige Pflichtspiel-Torflaute im DFB-Dress mit dem Führungstreffer. Einmal Blut geleckt, legte er in der 2. Halbzeit nach und machte seinen siebten Doppelpack in der Nationalmannschaft perfekt. Note: 1

Mesut Özil: Neue Nummer gegen Kummer. Mit der 10 auf dem Rücken ließ der Arsenal-Profi die eine oder andere zündende Idee vom Stapel. Bereitete den Führungstreffer vor und leitete auch das 2:0 ein. Führte auch sonst – von einigen kreativen Pausen abgesehen – achtsam Regie. Note: 2

Julian Draxler: Wirkte nach seiner Grippe noch leicht sediert, kam oft einen Schritt zu spät und zeigte hier und da Nachlässigkeiten bei seinen Anspielen. Versteckte sich aber nicht und war stets bemüht, Präsenz zu zeigen. Note: 4

Mario Götze: Tat sich als einzige Spitze im 4-2-3-1-System schwer und konnte sich nicht wie im Test gegen Finnland wirklich gefährlich in Szene setzen. Sammelte zumindest weiter Spielpraxis für den BVB. Note: 5

Julian Brandt (ab 73.): Der Olympiazweite ersetzte Götze in der Schlussviertelstunde und hatte gleich zwei gute Szenen. Scheiterte in der 83. Minute nach starker Einzelaktion an Keeper Jarstein. Wirbelte, als wäre er schon immer dabei gewesen. Note: 2

Julian Weigl (ab 84.): Der BVB-Youngster nahm in den Schlussminuten die Position von Khedira ein und führte dessen ruhigen Stiefel fort. Note: -

Max Meyer (ab 85.): Kam für Draxler, hatte aber in der Kürze der Zeit kaum Möglichkeiten, sein außergewöhnliches Können aufblitzen zu lassen. Note: -