WM-Playoffs: Ibrahimovic will Ronaldo ausknocken - Ribery bangt

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12. Mai 2014 - 11:48 Uhr

Acht Tickets sind für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien noch zu vergeben. sport.de blickt vor den Playoff-Rückspielen auf die Ausgangssituationen und zeigt auf, wer die besten Chancen hat.

Europa:

Schweden – Portugal (Hinspiel 0:1)

Die Hoffnungen der beiden Länder waren vor den Playoffs auf die zwei Superstars Cristiano Ronaldo und Zlatan Ibrahimovic gerichtet. Doch nur einer von beiden enttäuschte sie nicht. Ronaldo entschied in der 82.Minute das Spiel mit einem sehenswerten Flugkopfball und brachte Portugal in eine gute Ausgangsposition. Trotzdem bleibt der Star von Real Madrid vorsichtig: "Der Vorteil ist minimal. Am Dienstag gibt es eine weitere Schlacht."

Bei den Schweden gibt man sich bereits kämpferisch und weiß auch genau, wer den Showdown entscheiden wird. "Zlatan wird treffen. Drei Mal", kündigte Teamkollege Erkan Zengin an und fügte hinzu: "Es wird keine Verlängerung geben. Wir werden uns in 90 Minuten durchsetzen." Und die Statistik spricht für die Skandinavier. In sieben Spielen in der neuen Friends-Arena hat Schweden 17 Tore erzielt – Ibrahimovic alleine zehn davon.

Frankreich – Ukraine (Hinspiel 0:2)

Nach der unerwarteten 0:2-Pleite in der Ukraine steht Frankreich vor dem Rückspiel unter extremem Druck. Ideenlos und verunsichert präsentierte sich das Team um Franck Ribery. "Zum Weinen traurig", bewertete die Zeitung 'Le Parisien' den Auftritt. Und auch 'L'Express' lästerte: "Das war noch nicht die Eliminierung, aber es sah aus wie eine." Doch entgegen aller Untergangsszenarien und Kritik soll das scheinbar Unmögliche noch geschafft werden. "Wir sind bereit, auf dem Platz zu sterben, um die Leute stolz zu machen, die uns unterstützen", kündigte Arsenal-Stürmer Olivier Giroud martialisch an. Auch der zuvor noch ratlos wirkende Trainer Didier Deschamps strahlte wieder Optimismus aus: "Wir haben die Fähigkeit, es umzudrehen. Wir müssen es machen."

Die Ukraine hingegen würde mit einem Sieg endlich den Playoff-Fluch besiegen. Im fünften Versuch könnte das Team die K.o.-Spiele erstmals erfolgreich überstehen. Coach Mikhail Fomenko will unabhängig vom Ergebnis aus dem Hinspiel weiter akribisch arbeiten: "Wir werden vorbereitet sein und uns nicht überraschen lassen."

Rumänien - Griechenland (Hinspiel 3:1)

Kostas Mitroglou war mit seinen zwei Treffern der gefeierte Held nach dem 3:1-Erfolg der Griechen im Hinspiel. "Das wichtigste war der Sieg und unsere gute Ausgangsposition", sagte der 25-Jährige und fügte an: "Der Trainer hat uns einfach hervorragend eingestellt." Tatsächlich machte Griechenland das bislang beste Spiel in der Amtszeit von Coach Fernando Santos. Doch der Portugiese warnt: "Noch ist nichts entschieden. Wir müssen klaren Kopf bewahren, es ist erst Halbzeit."

Die Rumänen hingegen ziehen ihre Hoffnung aus dem Auswärtstor von Bogdan Stancu sowie ihrer durchaus positiven Statistik gegen Griechenland. In neun Heimspielen gewann Rumänien sechs Mal und holte zwei Unentschieden.

Kroatien – Island (Hinspiel 0:0)

Das Remis im Hinspiel war schon eine kleine Überraschung. Kroatien war in Reykjavik drückend überlegen, scheiterte aber immer wieder am eigenen Unvermögen. 68 Prozent Ballbesitz, 14:4 Torschüsse, dazu 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Die Zahlen untermauern die Dominanz der Gäste. Doch vor allem Mario Mandzukic, Eduardo und der eingewechselte Ivica Olic enttäuschten auf ganzer Linie. Dennoch bleibt Neu-Coach Niko Kovac optimistisch: "Ich bin weiterhin sicher, dass wir die Endrunde erreichen. "Wir können viel besser spielen. Schlecht war, dass wir 40 Minuten in Überzahl kein Tor gemacht haben. Gut war, dass wir keins kassiert haben."

Das sah man in Island ähnlich. "Ohne Gegentor zu bleiben, war sehr wichtig", erklärte Eidur Gudjohnsen. Der 35-jährige Sturm-Routinier ist der Hoffnungsträger fürs Rückspiel, da sich Ajax-Goalgetter Kolbeinn Sigthorsson im Hinspiel am Sprunggelenk verletzte und nicht auflaufen kann. Eine erheblich Schwächung für die Isländer, die aber laut Gudjohnsen trotzdem "alles für die Qualifikation abrufen wollen".

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Schaulaufen vor heimischem Publikum: Uruguay
© REUTERS, ALI JAREKJI

Afrika:

Ägypten – Ghana (Hinspiel 1:6)

Die 'Black-Stars' haben das WM-Ticket so gut wie sicher in der Tasche. Überraschend deutlich fiel das Hinspiel gegen den mehrfachen Afrika-Cup-Sieger Ägypten aus. Mit 6:1 wurden die Nordafrikaner vom Platz gefegt. Ghana dominierte die Partie nach Belieben, auch das Fehlen von Schalkes Kevin-Prince Boateng war kein Problem. Dabei galt die Begegnung vor dem Anpfiff als Vergleich zweier Teams auf Augenhöhe.

Algerien – Burkina Faso (Hinspiel 2:3)

Ganz anders gestaltet sich die Situation zwischen Algerien und Burkina Faso. Das Hinspiel war an Dramatik kaum zu überbieten. Dabei mussten die Zuschauer knapp eine Halbzeit lang auf den ersten Treffer warten. Ex-Bundesliga-Spieler Jonathan Pitroipa erlöste Burkina Faso mit dem Halbzeitpfiff. Im zweiten Durchgang ging es dann Schlag auf Schlag, bevor es in der Schlussphase richtig hektisch wurde. Aristide Bance erzielte den Siegtreffer der Gastgeber per Handelfmeter. In der zehnminütigen Nachspielzeit gerieten die Spieler beider Teams dann auch noch aneinander. Das Rückspiel birgt also genügend Zündstoff.

Asien/Südamerika:

Uruguay – Jordanien (Hinspiel 5:0)

Trotz der bärenstarken Vorstellung der Südamerikaner im Hinspiel warnt Luis Suarez vor einem Schaulaufen vor heimischem Publikum. "Es wäre ein fataler Fehler, jetzt alles auf die leichte Schulter zu nehmen", so der Angreifer des FC Liverpool, fügte aber auch an: "Unsere Ausgangsposition könnte nicht besser sein." Coach Oscar Tabarez will seine beste Elf aufbieten: "Wir wollen den Fans Danke sagen, dass sie uns auch in den schwersten Momenten immer unterstützt haben." Die Vorzeichen für Jordanien könnten also besser sein.

Mittelamerika/Ozeanien:

Neuseeland – Mexiko (Hinspiel 1:5)

Mexikos neuer Trainer Miguell Herrera verzichtete für die Playoffs auf seine Europa-Legionäre wie Javier Hernandez (Manchester United) oder Giovani dos Santos (FC Villarreal). Dennoch gelang im Hinspiel ein mehr als überzeugender 5:1-Sieg. "Wir werden auch das Rückspiel mit großer Ernsthaftigkeit angehen", versprach Herrera anschließend. Für Neuseeland hingegen spricht außer einem guten Omen nicht mehr viel. Coach Ricki Herbert siegte bei seinem Debüt als Nationalspieler mit 4:0 gegen Mexiko. Allerdings im Jahr 1980.