WM-Halbzeit: Das sind die bisherigen Überraschungen

Chiles Eduardo Vargas bedankt sich bei seinem größten Fan.
Chiles Eduardo Vargas bedankt sich bei seinem größten Fan.
© imago/AFLOSPORT, imago sportfotodienst

14. Juli 2014 - 21:10 Uhr

Kaum zu glauben, aber wahr: Die WM ist zwar erst ein paar Tage alt, aber schon ist die Hälfte aller Spiele vorbei. Zeit für eine erste Bilanz: sport.de präsentiert die bisherigen positiven Überraschungen der WM.

Mexiko

Mexikos Nationaltrainer Miguel Herrera erntete vor der WM mächtig Kritik, als er 14 Profis der eher zweitklassigen mexikanischen Liga nominiert und gestandene Profis aus europäischen Top-Ligen nicht berücksichtigt hatte. Weil die Testspiele unmittelbar vor dem Turnier wenig überzeugend waren, traute der mexikanische Fan seinem Team in Brasilien wenig zu.

Im WM-Auftakt gegen Kamerun gab es ein 1:0, das nur wegen haarsträubender Fehlentscheidungen des Schiedsrichters nicht höher ausfiel. Und im zweiten Spiel erkämpfte sich 'El Tri' ein verdientes 0:0 gegen den großen Favoriten und Gastgeber Brasilien. Dadurch haben sich die Mexikaner in die komfortable Situation gebracht, dass ihnen im abschließenden Gruppenspiel gegen Kroatien ein Unentschieden zum Weiterkommen reicht.

Chile

Die Chilenen galten schon vor der WM als Geheimfavorit. Und die Tatsache, dass sie das Achtelfinale erreichen, ist nicht unbedingt eine Überraschung. Doch wie Chile die Runde der besten 16 erreicht hat, ist definitiv beeindruckend. Zunächst besiegten Arturo Vidal und Co. Australien souverän mit 3:1, um dann im zweiten Spiel Spanien verdient 2:0 zu schlagen. Die Chilenen entthronten den Weltmeister und machten den Achtelfinal-Einzug in dieser schwierigen Gruppe, in der sie im abschließenden Gruppenspiel auf Holland treffen, vorzeitig perfekt.

Costa Rica

WM-Halbzeit: Das sind die bisherigen Überraschungen
Jürgen Klinsmann und Jermaine Jones haben allen Grund zur Freude.
© REUTERS, SIPHIWE SIBEKO

Die Gruppe D mit den ehemaligen Weltmeistern Italien, England und Uruguay wurde vor der WM als Todesgruppe bezeichnet. Costa Rica würde bei dieser Konkurrenz wohl nur eine Statistenrolle übernehmen, hatten Experten vermutet. Doch die 'Ticos' verzauberten die ganze Fußballwelt, als sie erst Uruguay 3:1 und dann Italien 1:0 schlugen und sich vorzeitig für das Achtelfinale qualifizierten. Auch wenn Costa Rica in beiden Spielen das nötige Glück auf seiner Seite hatte, war es bisher erstaunlich, wie dieses kleine Land die großen Fußballnationen narrte.

USA

Nicht nur im Ausland wurde Jürgen Klinsmann mit seinen US-Boys belächelt, auch in den USA nahmen viele Sportfans weder Soccer ernst noch akzeptierten sie einen "Trainer, der aus einem Land kommt, in dem man David Hasselhoff für einen Sänger hält", wie Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel es formulierte. In der Gruppe G mit Deutschland, Portugal und Ghana waren die Amerikaner vor der WM für die meisten Fans der klare Außenseiter. Doch die Amis zeigten eine Menge Herz und erkämpften sich zum Auftakt gegen Ghana einen 2:1-Sieg, dessen Wert das 2:2 der DFB-Elf gegen denselben Gegner verdeutlicht.

In ihrer zweiten Partie hatten Klinsmanns Jungs die Portugiesen um Weltfußballer Cristiano Ronaldo am Rande einer Niederlage und kassierten in der Schluss-Sekunde das 2:2. In der abschließenden Partie gegen Deutschland reicht der USA am Donnerstag ein Remis zum Weiterkommen. Und selbst, wenn Klinsmann und Co. doch noch ausscheiden sollten, hätten Amerikas Fußballer bewiesen, dass sie einen riesigen Schritt nach vorne gemacht haben.