Mega-Vermögen, Harem, Kunst-Leidenschaft

So tickt die steinreiche Scheich-Familie von Katar

Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani mit Ehefraz Jawaher bint Hamad bin Suhaim Al Thani.
Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani mit Ehefrau Jawaher bint Hamad bin Suhaim Al Thani
Andrea Comas, picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Andrea Comas

Dagegen wirken unsere TV-Millionäre aus „ Die Geissens“ fast wie Otto Normalverbraucher. Die steinreiche Scheich-Familie um Katars Staatsoberhaupt Tamim bin Hamad Al Thani ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Derzeit ist ihre Heimat der Austragungsort der Fußball-WM und wegen der dortigen Menschenrechtsverletzungen in aller Munde. Doch welches Leben führt unterdessen die Familie des Herrschers?

Mehr Besitz in England als die Briten-Royals?!

So reich wie das Land am Persischen Golf an Gas ist, so vermögend ist die Dynastie Al Thani auch hinsichtlich ihrer Eigentümer. Das Vermögen der Wüsten-Royals wird auf unglaubliche 300 Millionen US-Dollar (um die 291.000 Millionen Euro) geschätzt. Um den ganzen Globus finden sich Investitionen der Megareichen, sie sollen in England angeblich sogar mehr materiellen Besitz haben als die Briten-Royals! Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet, sollen zu den Besitztümern der Familie etwa auch Luxus-Immobilien auf den griechischen Inseln, in Frankreich oder auch der Schweiz gehören. Und natürlich kommt ein beträchtlicher Teil vom Rest des Vermögens aus Öl- und Gasvorkommen.

Angesichts solcher Besitztümer und finanzieller Unsummen fast schon bescheiden kommt die Tatsache daher, dass der Scheich „nur“ drei Ehefrauen hat. Erlaubt sind ihm nach islamischem Recht nämlich sogar bis zu vier Frauen, sofern diese allesamt Gleichbehandlung genießen. Alle drei zusammen waren allerdings nicht mit dabei, als ihr Ehemann in England das Staatsbegräbnis der Queen besuchte. Dieses Privileg blieb seiner ersten Ehefrau, Sheikha Jawaher, vorbehalten.

Gleicher Mann, andere Frau: Scheich Tamim (Zweiter von links) post mit Ehefrau Sheikha (links) im Royal Palace von Madrid.
Gleicher Mann, andere Frau: Scheich Tamim (Zweiter von links) post mit Ehefrau Sheikha (links) im Royal Palace von Madrid. Sheikh Tamim bin Hamad Al Thani, Emir of Qatar, and his wife Sheikha Jawaher bint Hamad bin Suhaim Al Thani, in Madrid, Spain, on May 17, 2022. Photo by Amiri Palace via Balkis Press/ABACAPRESS.COM
Balkis Press, picture alliance / abaca | Andrews Archie/ABACA

Zwischen XXL-Familie und Kunstförderung

Wer so viele Frauen hat, könnte manch einer jetzt denken, hat womöglich auch viele Kinder. Und würde im Fall des Katar-Scheichs richtig liegen. Auf 13 Kinder hat es der Milliardär bereits gebracht – da kann sogar US-Comedian Nick Cannon einpacken, der es „nur“ auf elf bringt (das nächste Baby ist allerdings schon unterwegs!).

Währenddessen hat sich des Staatschefs Schwester Al-Mayassa bint Hamad bin Khalifa Al Thani die Kunst angetan. Sie ist als Präsidentin der Museen Katars darauf erpicht, finanzielle Kulturförderung zu betreiben – und soll laut Informationen der „Vanity Fair“ jährlich riesige Summen in den Ankauf von Kunstwerken investieren. Katar kaufte 2012 etwa Paul Cézannes „The Card Players“ an. Das Gemälde erzielte den bis dahin höchsten Verkaufspreis, der je für Kunst bezahlt worden war: 250 Millionen US-Dollar (gute 242.000 Millionen Euro).

Unterdessen ist die Mutter des Scheichs, Musa bint Nasser al-Missned, Ehrendoktorin an gleich fünf Universitäten. Zudem setzt sie sich als Förderin im Bereich Mode ein.

Playlist: 23 Videos

Moza bint Nasser bei einem Seminar in den Niederlanden 2017.
Moza bint Nasser bei einem Seminar in den Niederlanden 2017.
picture alliance / Albert Philip van der Werf/RoyalPress/dpa | Albert Philip van der Werf
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Boris Becker spielte mit dem Mini-Scheich Tennis

Übrigens genoss der Emir als Kind den Luxus, Tennisunterricht von Sportler-Legende Boris Becker höchstpersönlich zu bekommen. Heute, in seinem Erwachsenen-Leben als Steinreich-Scheich, genießt der Regent vor allem den Luxus von schnellen und teuren Autos und findet Gefallen an der Falknerei.

Weniger spaßig unterdessen die Menschenrechts-Lage im Wüstenstaat. Im Land ist Homosexualität verboten, es herrscht das eiserne Sharia-Gesetz. Schwulen und Lesben drohen für die Ausübung homosexueller Handlungen in Katar laut Berichten von „Human Rights Watch“ jahrelange Gefängnisstrafen, körperliche Gewalt, sogar die Verhängung der Todesstrafe.

Im Video: Katar tritt Menschenrechte mit Füßen

Homosexuelle in Katar: "Haben Angst vor Bestrafung und Tod" Rote Karte statt Regenbogen
01:27 min
Rote Karte statt Regenbogen
Homosexuelle in Katar: "Haben Angst vor Bestrafung und Tod"

30 weitere Videos

Die öffentliche Empörung in der westlichen Welt darüber, die WM ausgerechnet dort auszutragen, ist aktuell daher riesig.

(nos)