2018 M07 3 - 8:36 Uhr

Belgien dreht das Spiel

Die belgische Nationalmannschaft ist spektakulär ins Viertelfinale der WM eingezogen. Die "Roten Teufel" drehten ein 0:2 gegen Japan in der Nachspielzeit in ein 3:2 (0:0) und treffen nun auf Brasilien.

Thibaut Courtois mit Glück im Unglück

Soccer Football - World Cup - Round of 16 - Belgium vs Japan - Rostov Arena, Rostov-on-Don, Russia - July 2, 2018  Belgium's Thibaut Courtois drops the ball  REUTERS/Sergio Perez
Schrecksekunde: Thibaut Courtois rutscht ein harmloser Schuss durch die Finger.
© REUTERS, SERGIO PEREZ, RC

Die Roten Teufel konnten zunächst nicht an ihren Tempofußball aus der Vorrunde anschließen. Das lag vor allem daran, dass Japan in der Defensive gut organisiert war und zudem bei Kontern immer gefährlich schien.

Nach einer halben Stunde forcierte Belgien das Tempo. Die Angriffe des Favoriten wurden wütender, aber die beste Chance gehörte den Blue Samurai. Bei einem schnellen Gegenstoß hielt Yuya Osako (44.) seinen Fuß in eine scharfe Hereingabe: Der Ball ging zwar direkt in die Arme von Thibaut Courtois, flutschte dem Keeper jedoch durch die Finger und um ein Haar ins Tor. Das war knapp.

Japan verspielt sicheren Sieg

Soccer Football - World Cup - Round of 16 - Belgium vs Japan - Rostov Arena, Rostov-on-Don, Russia - July 2, 2018  Belgium's Marouane Fellaini scores their second goal             REUTERS/Sergio Perez
Marouane Fellaini köpft Belgiens Ausgleich.
© REUTERS, SERGIO PEREZ, saw

Die Schrecksekunde nach einem Konter war den Belgiern offenbar keine Lehre. Auch nach der Pause boten sich den Asiaten weiter Räume für schnelle Gegenangriffe. Als Jan Vertonghen (48.) dann auch noch einen Ball auf Genki Haraguchi passieren ließ, wurde die Leichtsinnigkeit der Europäer vom Neu-Hannoveraner bestraft.

Nun ging es Schlag auf Schlag: Eden Hazard (50.) hatte den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber nur den Pfosten. Auf der anderen Seite wurde Shinji Kagawa nicht genügend attackiert, als er Takashi Inui in Szene setzte und der ehemalige Frankfurter aus 20 Metern zum 2:0 zirkelte.

Belgien wirkte kurzzeitig geschockt und ideenlos, ehe ein glücklicher Kopfballtreffer die Roten Teufel zurück ins Spiel brachte. Ausgerechnet Fehler-Teufel Vertonghen (69.) nickte mit einer Bogenlampe aus unmöglichem Winkel ein. Beflügelt vom Anschluss rannten die Belgier an und kamen durch Marouane Fellaini (74.) zum Ausgleich. Wenig überraschend: Auch dieses belgische Tor fiel per Kopf.

Als sich schon alle auf die Verlängerung eingestellt hatten, kam das bittere Ende für Japan. In der vierten Minute der Nachspielzeit schloss Nacer Chadli einen Konter ab und drehte die Partie. Belgien zog spektakulär ins Viertelfinale gegen Brasilien ein, die dank Superstar Neymar Mexiko bezwangen.