Wladimir Klitschko wechselt in den Angriffsmodus

© dpa, Johann Groder, jfk pat

15. April 2017 - 12:40 Uhr

Dr. Steelhammer ist fokussierter denn je

Die Niederlage gegen Tyson Fury nagt noch immer an Wladimir Klitschko. Umso engagierter ist Dr. Steelhammer bei der Vorbereitung auf den WM-Fight gegen Anthony Joshua am 29.April  in London (ab 22.00 Uhr live bei RTL). 

"Ich bin angepisst, dass ich es gegen Fury nicht geschafft habe. An erster Stelle geht es um mein eigenes Ego, das angekratzt ist. Das treibt mich an", sagte der 41-Jährige in seinem Trainingscamp in Going. Selbstzweifel plagen Klitschko vor dem Kampf gegen den 27-jährigen Briten nicht: "Ich kann das, ich kann alles."

Vor dem vielleicht wichtigsten Kampf seiner Karriere ist Klitschko aber wie ein Tiger. Er will nur eins: raus - und kämpfen. "Für die nächsten dreieinhalb Wochen bin ich ein kompromissloser Egoist. Wenn ich besessen bin, erledige ich eine Sache immer ganz schnell."

Dabei scheint der Ex-Champion die Rolle des Jägers geradezu zu genießen, das bestätigt auch sein Manager Bernd Bönte: "Er wirkt sehr entspannt, ruhig und fokussiert. Das ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Für Wladimir ist einfach unglaublich motivierend, dass er auf dieser Bühne, einem ausverkauften Wembley-Stadion, boxen kann und das erste Mal nach vielen Jahren wieder der Herausforderer ist. Ich glaube, diese Motivation ist ihm in den letzten Jahren teilweise abhandengekommen. Wenn Du immer und immer wieder deinen Titel verteidigst und neuneinhalb Jahre Weltmeister bist, dann ist das eine ungeheure Belastung. Ich habe das Gefühl, dass Wladimir sich gerade frei wie ein Vogel fühlt, der endlich einmal wieder fliegen kann."

Guter Rat von Bruder Vitali

Der Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko (r) trainiert am 06.04.2017 im Hotel Stanglwirt in Going (Österreich) während einer öffentlichen Trainingseinheit mit seinem Trainer Johnathon Banks. Klitschko kämpft am 29.04.2017 gegen den britischen IBF-C
Wladimir Klitschko mit Trainer Johnathon Banks
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Der Kampf in Wembley gegen Lokalmatador Joshua ist also eine ganz besondere Herausforderung für den Alt-Meister. "Ich muss angreifen. Einfach rumtanzen und den Kampf gewinnen - das wird nicht passieren", prognostiziert Klitschko, der seine Schwächen erkannt hat. "Der gefährlichste Gegner bin ich. Ich möchte mir nicht wieder selbst im Weg stehen."

Dieser Gemütszustand wird durch seinen Bruder verstärkt: "Vitali hat zu mir gesagt: wenn du willst, dann wirst du gewinnen. Du musst es nur wollen." Klitschko will. Ob er es auch noch wirklich kann, wird sich am 29. April zeigen.

RTL überträgt den Kampf aus dem Londoner Wembley-Stadion am 29. April live ab 22.00 Uhr. Prominente Experten an der Seite von Moderator Florian König werden die beiden Ex-Champions Lennox Lewis und Evander Holyfield sein. Die Interviews am Ring führt Laura Wontorra. Am Sonntag zeigt RTL ab 11.30 Uhr noch einmal eine Wiederholung des Blockbusters.