Wladimir Klitschko liebt seine Rolle als Joshua-Herausforderer: "Ich muss nach vorne marschieren"

21. April 2017 - 21:03 Uhr

Wladimir Klitschko fühlt sich vor seinem Kampf gegen IBF-Champion Anthony Joshua am 29. April im Londoner Wembley-Stadion (ab 22 Uhr live bei RTL) in seiner Haut als Herausforderer pudelwohl.

Klitschko: "Wie eine Fußballmannschaft, die 0:1 hinten liegt"

"Ich muss mehr machen. Ich muss angreifen. Ich liebe diese neue Rolle. Mir geht es wie einer Fußballmannschaft, die 0:1 in Rückstand liegt und Gas geben muss. So fühle ich mich auch. Ich muss nach vorne marschieren", sagte der 41-Jährige der 'Sport Bild'.

Während seiner fast zehnjährigen Regentschaft als Weltmeister im Schwergewicht habe sich irgendwann eine gefährliche Routine "eingeschlichen", die auch ein Grund für seine Pleite gegen Tyson Fury gewesen sei. "Das war nicht gut. Ich war im Ring zu passiv."

"Joshua mein Ebenbild"

Angst, von seinem schlaggewaltigen Kontrahenten (18 K.o.-Siege in 18 Kämpfen) einen auf die Mütze zu bekommen, hat der Ring-Veteran nicht. Das Duell mit dem 14 Jahre jüngeren Joshua sei jedoch "mein größter und schwerster Kampf", betonte Klitschko. "Er ist genauso groß und schlägt genauso hart. Auch er ist Olympiasieger (Klitschko holte 1996 in Atlanta Gold, Joshua 2012 in London, d. Red). Im Grunde boxe ich gegen mein Ebenbild. Aber ich weiß auch: Ich bin stärker als jeder andere Boxer auf der Welt. Ich muss es nur im Ring zeigen."

Klitschko: Auch im hohen Alter ist alles möglich

Der Altersunterschied der Rivalen spiele bei dem Kampf vor 90.000 Zuschauern im Fußball-Tempel Wembley keine Rolle, so 'Dr. Steelhammer'. Sein Alter von 41 Jahren sei nicht mehr als eine Zahl, "ich fühle mich viel jünger. Meine Fitnesswerte sind nicht schlechter als vor vier oder fünf Jahren." Zudem verwies Klitschko auf Athleten wie Tennis-Legende Roger Federer (gewann mit 35 die Australien Open) oder Box-Ikone Bernard Hopkins (holte mit 48 Jahren noch einen WM-Titel). "Man kann als Sportler auch im höheren Alter erfolgreich sein."

Bönte: Wladimir denkt nicht ans Aufhören

In die gleiche Kerbe schlug Klitschko-Manager Bernd Bönte und nannte ebenfalls den langjährigen Mittel- und Halbschwergewichts-Champion Hopkins als Beispiel. "Wladimir sagt immer, dass Bernard Hopkins eines seiner Idole ist – und man weiß, wie lange Bernard gekämpft hat (Hopkins stand mit 51 Jahren noch im Ring, d. Red)", sagte Bönte bei Sky Sports: "Ich weiß nicht, ob Wladimir weitermacht, bis er 50 ist. Aber eines ist klar: Er sieht den Kampf mit Joshua nicht als seinen letzten an."