Wissenschaftminister geben 25 Milliarden Euro für Hochschulen – ist das genug?

Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und die Wissenschaftsminister der Länder haben über die Fördergelder für Hochschulen und Forschungseinrichtungen gesprochen.
Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und die Wissenschaftsminister der Länder haben über die Fördergelder für Hochschulen und Forschungseinrichtungen gesprochen.
© dpa, Rainer Jensen

30. Oktober 2014 - 18:14 Uhr

Planung sei nicht langfristig genug

Mehr Fördergelder für alle – das ist das zusammenfassende Ergebnis der 'Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz' von Bund und Ländern. 25,3 Milliarden Euro sollen künftig für Hochschulpakt, DFG-Programmpauschalen und den Pakt für Forschung und Innovation ausgegeben werden. Kritiker meinen, auch mit den Erhöhungen reichen die Gelder nicht aus.

Zum Beispiel sollen Projekte, die von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) gefördert werden, für indirekte Projektkosten wie zum Beispiel zusätzliche Raumkosten entschädigt werden. Bisher zahlte der Bund solchen Projekten noch 20 Prozent der Fördersumme zusätzlich obendrauf – jetzt sollen es mit Hilfe der Länder insgesamt 22 Prozent werden. Für Horst Hippler, den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz ist das so gut wie gar nichts: "Die Aufstockung von 20 auf 22 Prozent durch die neue Beteiligung der Länder kann angesichts tatsächlicher Kosten in Höhe von 40 bis 70 Prozent auf Dauer nicht befriedigen."

Die Gewerkschaft 'Erziehung und Wissenschaft' wirft den Ministern vor, nicht langfristig genug zu planen: "Alle paar Jahre wieder müssen die Hochschulen bibbern, ob der Hochschulpakt verlängert wird und damit Studienplätze weiter finanziert werden können." Die Folgen seien Zeitverträge für Lehrende. Den Hochschulen mangelt es schon seit längerer Zeit chronisch an Geldern.

Die Beschlüsse im Überblick

Mit den Beschlüssen will die Wissenschaftsministerkonferenz den Wissenschaftsstandort Deutschland sichern. Hier sind die – für Kritiker zu niedrig angesetzten – Beschlüsse im Überblick:

Hochschulpakt: Der Hochschulpakt soll allen Studienanfängern einen Studienplatz bieten. In der dritten Phase des 2007 gestarteten Programms sollen die Hochschulen pro zusätzlichem Studienanfänger insgesamt 26.000 Euro bekommen – damit mehr Personal eingestellt werden kann. Mit dem Hochschulpakt soll zudem gesichert werden, dass auch beruflich Qualifizierte ein Studium beginnen können und dass die Studienabbrecherzahl sinkt.

DFG-Programmpauschalen: 22 Prozent der Fördersumme soll von Bund und Ländern obendrauf an ein Projekt gezahlt werden.

Pakt für Forschung und Innovation: Auch außeruniversitäre Forschungszentren bekommen ab 2016 um 3 Prozent höhere Zuwendungen.

Exzellenz-Initiative: Wenn die Exzellenz-Initiative 2017 ausläuft, wird es eine neue Initiative geben, die die Hochschulen in ähnlichem Maße wie die aktuelle Initiative unterstützt.

Die Beschlüsse müssen noch von den Regierungen abgesegnet werden. Termin dafür ist der 11. Dezember.