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Wirtschaftsweise fordern flexiblere Arbeitszeiten – ist der Acht-Stunden-Tag noch zeitgemäß?

Wirtschaftsweise fordern flexiblere Arbeitszeiten
Wirtschaftsweise fordern flexiblere Arbeitszeiten Weg mit dem Acht-Stunden-Tag 01:15

Wirtschaftsweise wollen Arbeits- und Ruhezeiten lockern

Acht Stunden am Tag arbeiten und wenn man nach Hause geht, ist wirklich Feierabend – dieses Arbeitszeitmodell gehört aus Sicht der Wirtschaftsweisen der Vergangenheit an. Die moderne Welt stelle neue Herausforderungen, darum müssten die gesetzlichen Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten gelockert werden, fordert das Gremium.

Firmen brauchen mehr Flexibilität

"Firmen, die in unserer neuen digitalisierten Welt bestehen wollen, müssen agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können", sagte Christoph Schmidt, der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen der 'Welt am Sonntag'. Unternehmen bräuchten Sicherheit, dass sie nicht gesetzeswidrig handeln, wenn Angestellte abends noch an einer Telefonkonferenz teilnehmen und morgens ihre E-Mails lesen sollen, erklärte er der Zeitung. Nur so konnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch von der Flexibilität der modernen Technik profitieren.

Die Wirtschaftsweisen wollen den Acht-Stunden-Tag abschaffen. Was halten sie von dem Vorschlag?

Wirtschaftsweise fordern wöchentliche Höchstarbeitszeit

Natürlich dürfe diese Flexibilität nicht zu Lasten der Angestellten ausgelegt werden. "Der Arbeitnehmerschutz in Deutschland hat sich bewährt, aber er ist teilweise nicht mehr für unsere digitalisierte Arbeitswelt geeignet", erklärte Schmidt der Zeitung. Die Wirtschaftsweisen schlagen in ihrem Jahresgutachten daher vor, in Zukunft eine wöchentliche Höchstarbeitszeit anstelle einer täglichen festzulegen. So könne die Arbeit flexibel auf die Wochentage verteilt werden. Und auch die elf Stunden Ruhezeit müssten nicht immer eingehalten werden.

Auch Union, FDP und Grüne diskutieren in den Jamaika-Sondierungsgesprächen gerade über eine Reform des Arbeitszeitengesetzes. Doch dieses Thema dürfte zu Konflikten führen. Während Union und FDP einer Lockerung des Acht-Stunden-Tags und der Elf-Stunden-Ruhepause gegenüber stehen, sperren sich die Grünen gegen diesen Vorstoß.

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