Wirtschaftskrimi um deutschen Tech-Giganten geht weiter

Drei neue Haftbefehle gegen Wirecard-Vorstände wegen Milliardenbetrug

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© AP, Matthias Schrader, MS

22. Juli 2020 - 16:34 Uhr

Neue Festnahmen im Betrugsskandal des Zahlungsabwicklers

Der Betrugsskandal bei Wirecard spitzt sich weiter zu. Die Münchner Staatsanwaltschaft lässt Ex-Vorstandschef Braun erneut festnehmen und stellt Haftbefehle gegen zwei weitere ehemalige Führungskräfte aus. Sie sollen die Bilanzen des Zahlungsabwicklers frisiert haben.

Bilanz schon seit 2015 aufgebläht

Im Betrugsskandal beim Dax-Konzern Wirecard hat die Münchner Staatsanwaltschaft drei Haftbefehle gegen frühere Führungskräfte gestellt. Dabei gehe es unter anderem um gewerbsmäßigen Bandenbetrug und Marktmanipulation, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in München. Der frühere Vorstandschef Markus Braun wurde bereits wieder festgenommen.

Wie die Staatsanwaltschaft ebenfalls mitteilte, soll der insolvente Zahlungsabwickler bereits seit 2015 Umsätze und Bilanzsumme aufgebläht haben. Das tatsächliche Geschäft habe bereits damals Verluste geschrieben. Die drei betroffenen Personen sollen maßgeblich an diesen Vorgängen beteiligt gewesen sein.

Konzern hat Bilanz frisiert - in Milliardenhöhe!

Der Konzern Wirecard mit Sitz in Aschheim bei München hatte vor seinem Insolvenzantrag eingeräumt, dass 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf philippinischen Treuhandkonten verbucht waren, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht existieren. Es geht um Bilanzfälschung in Milliardenhöhe - 1,9 Milliarden Euro sind verschwunden  Bei dem Geld handelte es sich um die angeblichen Erträge von Geschäfte mit Subunternehmern, die für Wirecard Kreditkartenzahlungen in Südostasien und im Mittleren Osten abwickelten. Nach derzeitigem Stand war dieses Drittpartnergeschäft entweder in Gänze oder zum allergrößten Teil erdichtet.