Wirtschaft stellt Aufbaukonzept vor

Zwei Menschen haben sich am fast menschenleeren Strand in Niendorf auf einer Decke niedergelassen. Foto: Gregor Fischer/dpa
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11. Mai 2020 - 6:10 Uhr

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Norddeutschland wollen am Montag ein Konzept zur Überwindung der Corona-Krise vorlegen. Fünf Handelskammer-Präsidenten, darunter zwei Frauen, präsentieren in einer Online-Konferenz ein Positionspapier zu verschiedenen Themenfeldern wie Tourismus, maritime Wirtschaft, Außenwirtschaft, Energiepolitik und Ernährungswirtschaft. Der Norden ist durch die Corona-Krise vor allem durch den Einbruch im Tourismus betroffen. Aber auch die industrielle Fertigung ist in Gefahr, etwa bei den Werften und im Flugzeugbau.

Am Wochenende konnten die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg aber schon mal weitere Lockerungen der Corona-Auflagen genießen. Es war das erste Wochenende seit Mitte März, an dem alle Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper wieder nach Schleswig-Holstein zurück durften. Zudem waren bei bestem Wetter deutlich mehr Schleswig-Holsteiner für einen Tag an die Küste gekommen - und blieben dort aber noch unter sich. Für Gäste aus anderen Bundesländern ist der Norden erst vom 18. Mai an wieder zugänglich. Dann erst dürfen auch Hotels und Gaststätten wieder öffnen.

Nach Polizeiangaben haben sich im nördlichsten Bundesland die Menschen überwiegend an die Corona-Beschränkungen gehalten. In Flensburg hätten sich zwar einige Anrufer bei der Polizei über unerlaubte Gruppenansammlungen beschwert. Im Großen und Ganzen seien aber dort wie anderswo im Land zwischen den Meeren keine größeren Verstöße registriert worden, berichtete die Polizei am Sonntag.

Etwas anders sah es in Hamburg aus. Dort ließ die Bereitschaft zum Einhalten der Auflagen offensichtlich nach. Zwar lägen den Beamten noch keine genauen Zahlen vor, doch hätten sich am Wochenende bei sommerlichem Wetter besonders um die Alster viele unerlaubte Gruppenansammlungen gebildet, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Vor allem junge Menschen hätten häufiger die Regeln missachtet.

Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Hamburg durften Gläubige erstmals seit sieben Wochen ihren Sonntagsgottesdienst wieder in einer Kirche feiern - wenn auch unter Auflagen. Im Hamburger Michel etwa konnten wegen des gebotenen Mindestabstands von zwei Metern zwischen den Besuchern - abgesehen von Paaren oder Familien, die in einem Haushalt leben - nur bis zu 150 Personen am Gottesdienst von Hauptpastor Alexander Röder teilnehmen.

Die Zahl der positiv auf das neue Coronavirus getesteten Hamburger ist seit Samstag um 8 auf 4946 gestiegen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) können davon rund 4100 inzwischen als genesen angesehen werden, wie die Gesundheitsbehörde am Sonntag mitteilte. Die Zahl der an einer Covid-19-Infektion gestorbenen Hamburger stieg nach Berechnungen des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) um 2 auf 195. Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben 108 Hamburger wegen Covid-19 in einer Klinik, 4 weniger als am Vortag. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation sank um 5 auf 42.

In Schleswig-Holstein lag die Zahl der an dem Coronavirus erkrankten Menschen nach Angaben des Instituts für Infektionsmedizin der Universität Kiel vom Sonntag am Vortag bei 2936 - circa 2400 von ihnen seien bereits genesen. 123 Menschen seien seit dem 1. Januar am Virus gestorben. Mit Stand Samstag waren im nördlichsten Bundesland 50 Menschen in klinischer Behandlung. Das waren acht weniger als am Freitag.

Quelle: DPA