Appell an Bundeskanzlerin Merkel

Wirtschaft fordert nachvollziehbare Corona-Regeln

Hinweisschild zur Maskenpflicht , aufgenommen auf dem Münchner Viktualienmarkt Hinweisschild zur Maskenpflicht, München
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14. Oktober 2020 - 8:25 Uhr

Wirtschaft ist nun einmal grenzübergreifend

Es ist kein Geheimnis, dass die Wirtschaft ein ziemlich globales Phänomen ist. Wirtschaftliche Verbindungen, Beziehungen und Verflechtungen sind grenzübergreifend, weltweit, europaweit und erst recht bezogen auf die deutschen Bundesländer. Deshalb appellieren führende Ökonomen an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs, bei neuen Corona-Regelungen auf Nachvollziehbarkeit und Einheitlichkeit zu achten.

"Regeln, die nachvollziehbar und zu einem gewissen Maße damit auch einheitlich sind"

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte dem 'Handelsblatt', dass der Schutz von Gesundheit und Wirtschaft ein "hohes Vertrauen der großen Mehrheit der Menschen" brauche. "Dies erfordert Regeln, die nachvollziehbar und zu einem gewissen Maße damit auch einheitlich sind."

Der Präsident des Ifo-Instituts sagte weiter: "Ich würde von der Politik erwarten, dass verstärkt Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben ermöglichen, statt es zu verhindern." Das bedeute: "Mehr Maskenpflicht und mehr Tests und weniger Beherbergungsverbote."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen über weitere Beschränkungen beraten. Erstmals seit vier Monaten findet die Konferenz nicht per Video statt, die Länderchefs sind für ein Vor-Ort-Treffen in Berlin.