Wird unser Wasser knapp? Erste Gemeinden rufen zum Wassersparen auf

Notleitung für Trinkwasserversorgung in der Stadt Kelkheim in Hessen
Notleitung für Trinkwasserversorgung in der Stadt Kelkheim in Hessen
© dpa, Arne Dedert, ade kde

07. August 2018 - 15:53 Uhr

Erster Trinkwassernotstand in Gemeinde in Hessen

Wird unser Wasser jetzt knapp? Die seit Wochen andauernde Hitze lässt das vermuten. Mehrere Gemeinden in Hessen haben ihre Bürger schon zum Wassersparen aufgefordert. Auch in Teilen von Rheinland-Pfalz sollen die Menschen darauf verzichten, ihren Garten zu wässern, Pools zu füllen oder das Auto zu waschen. Andere Bundesländer dagegen geben Entwarnung.

Feuerwehr muss Notleitungen für Trinkwasser legen

ILLUSTRATION - 17.07.2018, Niedersachsen, Laatzen: Eine Frau steht mit einem Gartenschlauch in einem Garten und gießt Pflanzen. Niedersachsens Wasserversorger reagieren gelassen auf die anhaltende Hitze, den ausbleibenden Regen und vor allen dem gest
Wasserverbrauch bei Trockenheit: Rasen sprengen ist nicht mehr überall erlaubt
© dpa, Julian Stratenschulte, jst

In zwei Stadtteilen der Stadt Kelkheim in der Nähe von Frankfurt am Main herrscht akuter Trinkwassernotstand. In Ruppertshain und Eppenhain soll die Bevölkerung "Wasser nur noch für den persönlichen Bedarf" entnehmen und verbrauchen, teilte der Bürgermeister mit. Auch hier ist das Bewässern von Garten und Pool strengstens untersagt. Um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, legt die Feuerwehr dort nun Notleitungen. Die Aufforderung der Stadt an die Bürger zeigt schon erste Früchte: "Erfreulicherweise hat unser Appell zu einer deutlichen Reduzierung des Wasserverbrauchs geführt", sagte Bürgermeister Albrecht Kündiger. Ebenfalls ist die Bevölkerung in Kronberg im Taunus aufgerufen, nicht mehr so viel Wasser zu verbrauchen. Auch in Rheinland-Pfalz in Cochem an der Mosel dürfen die Menschen ihre Rasen nicht mehr mit Wasser versorgen. Hier droht sogar ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

Bayern und Nordrhein-Westfalen geben Entwarnung

Die Talsperre Sosa bei Eibenstock in Sachsen
Die Talsperre Sosa bei Eibenstock in Sachsen
© picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB

Trotzdem muss man keine Katastrophe befürchten. Die großen Wasserversorger sind vorbereitet. Hessenwasser, die größte Wasserbeschaffungsgesellschaft in Hessen, teilte mit, es gebe derzeit keine Beschränkungen zur Wasseraufbereitung. Andere Wasserversorger geben sich ebenfalls unbesorgt, den Oberhessischen Versorgungsbetrieben sind keine kritischen Notwasserstände bekannt.

Auch in anderen Bundesländern herrscht erstmal Entwarnung. Die Landesämter für Umwelt in Bayern und Nordrhein-Westfalen teilten uns auf Anfrage mit, dass derzeit keine Engpässe bei der Trinkwasserversorgung bekannt seien. Auch gäbe es keine Kommunen, die ihre Bürger aktiv zum Wassersparen aufgerufen hätten. Das Landesamt für Umwelt in Sachsen bestätigte, dass noch ausreichend Trinkwasserreserven vorhanden seien - die Talsperren in Sachsen seien noch zu 79 Prozent gefüllt. Das entspricht 150 Millionen Kubikmetern Wasser - und damit mehr als genug. Pro Kopf werden in Deutschland nämlich durchschnittlich nur 0,127 Kubikmeter Wasser verbraucht.

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© picture alliance / Andreas Frank, Andreas Franke, af sv

Das bedeutet: Wenn Ihre Stadt oder Gemeinde keine Aufforderung zum Wassersparen herausgegeben hat, ist es vielleicht auch gar nicht nötig. Denn: Unnötiges Wassersparen kann schlecht für die Abwassersysteme sein.

Für uns Menschen ist die Hitze noch nicht lebensbedrohlich - aber auf Fische, Pflanzen und andere Fluss- und Seebewohner hat sie schlimme Auswirkungen. Teilweise sind Flüsse schon ausgetrocknet – und mit ihnen sterben auch ihre Bewohner. Umso besser, dass für Ende der Woche eine Abkühlung und stärkere Regenschauer angekündigt sind.