Dauerthema Zeitumstellung

Bleibt jetzt doch alles so, wie es ist?

Eine Abschaffung der Zeitumstellung ist derzeit kein Thema (Symbolbild).
Eine Abschaffung der Zeitumstellung ist derzeit kein Thema (Symbolbild).
© dpa, Sebastian Kahnert, skh sab kde

28. März 2020 - 14:15 Uhr

Projekt ist ins Stocken geraten

Eigentlich sollte bald Schluss sein mit dem jährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit. Die Umsetzung eines entsprechenden EU-Plans schien nur noch Formsache zu sein. Aber das Projekt ist mindestens ins Stocken geraten, es könnte sogar scheitern. In diesem Jahr jedenfalls dürfte sich in dieser Frage nichts mehr tun.

EU-Umfrage zur Zeitumstellung brachte Stein ins Rollen

In einer von der EU-Kommission organisierten Online-Umfrage 2018 hatten 84 Prozent dafür gestimmt, die Zeitumstellung abzuschaffen. Die Kommission folgte der Mehrheit und legte im selben Jahr den Entwurf einer entsprechenden Richtlinie vor. Zwar stimmte das Europäische Parlament dafür, nach dem Jahr 2021 auf das Uhrenumstellen zu verzichten, aber nun müssen die Mitgliedstaaten sich im Rat festlegen. Und dort stehen die Uhren in dieser Sache still.

Auch Deutschland will Abschaffung der Zeitumstellung nicht vorantreiben

Kroatien hat als aktuelles Vorsitzland keinerlei Absicht, einen Ratsbeschluss dazu voranzutreiben. Und aus Deutschland, das im zweiten Halbjahr die EU-Präsidentschaft übernimmt, kommen ähnliche Töne. Man habe "keine konkreten Planungen" in dieser Frage, wie es von EU-Diplomaten heißt.

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Dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit?

Ein großes Hindernis ist die Frage, welche Zeit nach einer Abschaffung der Umstellung als Standard gelten soll: die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) oder die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Eine Einigung aller 27 EU-Staaten ist bis heute nicht in Sicht – zu unterschiedlich sind die Interessen, die nicht zuletzt mit der geografischen Lage der jeweiligen Länder zusammenhängen. Sollten Parlament und Rat der Richtlinie zur Abschaffung der Zeitumstellung doch noch zustimmen, könnte jeder Staat für sich festlegen, ob dort künftig die MEZ oder die MESZ gelten soll. Bisher ist die regelmäßige Umstellung für alle Länder in der EU einheitlich festgelegt.

Zeitumstellung ist hauptsächlich in Deutschland ein Thema

Darüber hinaus wird die Frage, ob es einen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit weiterhin geben soll, nicht überall so intensiv diskutiert wie in Deutschland. So nahmen an der 2018 durchgeführten Abstimmung 3,79 Prozent der Deutschen teil – der höchste Wert unter allen Staaten. Aber nur 0,59 Prozent der Franzosen und verschwindend geringe 0,04 Prozent der Italiener machten mit. Und in Großbritannien, das nach dem Brexit bald aus der EU ausscheidet, interessierten sich sogar nur 0,02 Prozent der Bürger dafür.

In der Nacht auf Sonntag, 29. März werden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt. Die Sommerzeit endet am 25. Oktober.