RTL News>News>

Wird Bundeswehr für Cyber-Krieg aufgerüstet?

Wird Bundeswehr für Cyber-Krieg aufgerüstet?

Von der Leyen will Bundeswehr für Cyber-Krieg aufrüsten.
Verteidigungsministerin von der Leyen ist der Meinung, dass Internet auch als "Operationsraum" aufgefasst werden müsse.
dpa, Carmen Jaspersen

Von der Leyen plant Aufrüstung

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant nach Informationen von 'Spiegel Online' eine massive Aufrüstung der Bundeswehr zur Abwehr digitaler Attacken im In- und Ausland. Das Internet und andere Kommunikationsplattformen müssten neben Kriegsschauplätzen wie Land, Luft und See als neuer "Operationsraum" definiert werden, heißt es dem Bericht zufolge in einem im April von der Ministerin gebilligten Strategiepapier.

Zu den Plänen gehörten auch offensive Cyber-Attacken. Bei Auslandseinsätzen solle es auch möglich sein, die Nutzung von Internet und Mobilfunk durch den Gegner "einzuschränken, gegebenenfalls sogar auszuschalten". Dazu müsse ein Lagebild über "Verwundbarkeiten" der gegnerischen Systeme vorliegen. Die Bundeswehr übt seit 2005 für den Cyber-Krieg. Das Kommando Strategische Aufklärung hat in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach bei Bonn einen kleinen Trupp von Informatikern stationiert.

Die 60 Mann starke Einheit mit dem Namen Computernetzwerkoperationen trainiert Angriffe auf fremde Netzwerke. Zum Einsatz gekommen ist sie bisher aber noch nicht. Für die Defensive gibt es das 'Computer Emergency Response Team' (Computernotfall-Eingreiftruppe) der Bundeswehr. Es ist für den Schutz der militärischen Netzwerke zuständig.