Wirbelsturm 'Sandy' trifft auf US-Küste: Alle Infos im Live-Ticker

Durch den Wirbelsturm preschte das Wasser auf die Küste, hier in Winthrop, Massachusetts.
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09. November 2012 - 10:23 Uhr

Steigendes Wasser: Alarm in US-Atomkraftwerk

Der Supersturm 'Sandy' hat die US-Ostküste erreicht. Er traf gegen 1.00 Uhr MESZ im Süden des Bundesstaats New Jersey in der Nähe von Atlantic City mit Windstärken von 130 Kilometern pro Stunde auf das Festland, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Es stufte den Hurrikan inzwischen als post-tropischen Wirbelsturm ein. Rund 50 Millionen Amerikaner dürften von dem Sturm betroffen sein. Laut CNN wurden mindestens elf Menschen getötet.

06:58 Uhr: US-Medien berichten, in einem New Yorker Umspannwerk habe es eine Explosion gegeben. Bilder zeigten einen gewaltigen Feuerball aus der Anlage in der Lower East Side von Manhattan am späten Montagabend (Ortszeit). Von Verletzten wurde zunächst nichts bekannt. Auch Berichte über eingeschlossene Arbeiter bestätigte der Stromversorger ConEdison nicht.

6:47 Uhr: RTL-Reporterin Christina Endruschat berichtet aus New York, dass die Behörden die Lage unter Kontrolle haben.

5:30 Uhr: In New York strömt das Hochwasser weiter in die U-Bahn-Schächte. CNN zeigte einen überschwemmten Metro-Eingang. Die Verkehrsbehörde MTA bestätigte erste Berichte, wonach die Tunnel unter dem East River betroffen seien. Man wisse aber noch nicht, wie hoch das Wasser unter der Erde angestiegen sei, hieß es. Andere Sender berichteten, dass das Wasser 1,20 Meter hoch in den Tunneln stehe. Auch am Ground Zero, wo einst die Türme des World Trade Centers standen, strömte Wasser in eine Baugrube.

4:51 Uhr: Jetzt ist es offiziell: 'Sandy' hat in New Jersey zu einem Alarm im ältesten Atomkraftwerk der USA geführt. Wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels sei der Alarm im Kernkraftwerk Oyster Creek ausgelöst worden, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC mit. Das Kraftwerk sei zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen.Nach Angaben der Behörden war zunächst ein "ungewöhnliches Ereignis" verzeichnet worden, die niedrigste der vier Stufen des Alarmsystems. Etwas später sei der Vorfall dann um eine Stufe auf "Alarm" heraufgesetzt worden. Durch Wind, Sturmflut und Regen sei das Wasser zunächst weiter gestiegen. In den folgenden Stunden sollte es aber rasch ablaufen, hieß es von der Behörde.

4:38 Uhr: Die 'New York Times' berichtet, dass beim ältesten Atomkraftwerk der USA, Oyster Creek, die zweite von insgesamt vier Alarmstufen ausgerufen wurde. Steigendes Wasser bedrohe das Kühlsystem.

4:23 Uhr: Auch über den Kurznachrichtendienst Twitter steht der New Yorker Bürgermeister Bloomberg im engen Kontakt zu seinen Mitmenschen. Er gibt Hinweise darauf, wann welche Notrufnummer zu wählen ist und erinnert an die strenge Ausgangssperre. Aber er macht auch Hoffnung: "Wir werden das gemeinsam schaffen, so, wie es New Yorker immer tun."

3:55 Uhr: RTLaktuell.de-Facebook-Userin Laura Hasl befindet sich laut eigenen Angaben gerade selber in New Jersey. Sie schreibt, man hört nichts anderes als Polizei, Feuerwehr und den lautstarken Sturm. "Wir haben ein sehr stabiles Haus, worüber ich sehr glücklich bin."

3.42 Uhr: CNN spricht momentan von elf Sturmtoten. Die Angaben wurden bislang nicht bestätigt.

3:28 Uhr: Präsident Barack Obama warnte seine Landsleute, den Sturm ernst zu nehmen. "Dies ist ein ernster und großer Sturm", sagte Obama, der eine Woche vor der Präsidentschaftswahl auf Kundgebungen verzichtete, um das Krisenmanagement zu übernehmen. Das Land müsse gewappnet sein, sagte er und forderte die Bürger auf, den Evakuierungsanweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten. Obama stimmte die Amerikaner zudem auf tagelange Stromausfälle ein. Die Aufräumarbeiten würden länger dauern.

3:27 Uhr: Die Behörden evakuierten die Umgebung der Baustelle eines 90-stöckigen Wolkenkratzers in der Nähe des Central Parks: Nachdem die Spitze eines riesigen Krans in dem starken Wind zusammenbrach, bestand die Gefahr, dass sein ganzer Ausleger abstürzen könnte.

3:17 Uhr: Ein von der US-Küstenwache geborgenes Crew-Mitglied des Filmschiffs 'Bounty', das durch den Wirbelsturm in Sennot geraten war, ist tot. Das bestätigte ein Krankenhaus-Sprecher. Die 42-Jährige war kurz zuvor ohnmächtig aus dem Wasser gezogen und dann in die Klinik geflogen worden. Der 63 Jahre alte Kapitän des Schiffes wird weiter vermisst.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg: "Dies ist kein Spiel"

Sandy Bounty Sturm USA
Das Filmschiff 'Bounty' geriet wegen 'Sandy' in Seenot. 14 Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Eine Frau starb, der Kapitän ist vermisst.
© REUTERS, HANDOUT

3:08 Uhr: CNN-Reporter berichten, dass einige Umspannstationen ausgefallen sind, eine sei sogar explodiert. Der Strom in New York ist fast komplett ausgefallen, der Wasserspiegel soll bald wieder sinken. In New Jersey widerrum steige das Wasser weiter an.

3:00 Uhr: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg appelliert an die Bürger: "Dies ist kein Spiel!" Er weist die New Yorker daraufhin, weiterhin zu Hause zu bleiben. Die Situation werde sich in den nächsten Stunden beruhigen. Laut Bloomberg befinden sich 400 bis 500 Menschen in New Yorker Notunterkünften. Mehr als eine viertel Million Menschen in New York seien ohne Strom.

2:47 Uhr: Zwei Kinder sind in New York beim Spielen getötet worden. Nach Angaben der Behörden spielten die beiden im ersten Stock eines Hauses, als ein großer Ast das Dach durchschlug und die Kinder unter sich begrub. Ihr Alter wird mit "unter 14" Jahren angegeben.

2.36 Uhr: Die Auswirkungen von 'Sandy' führen auch in Nordamerika zu ersten Todesopfern. Im Bundesstaat Connecticut wurde ein Mann von einem herabstürzenden Baum erschlagen, meldet die Washington Post. Im kanadischen Toronto starb laut CBC eine Frau, die von einem durch die Luft fliegenden Schild getroffen wurde.

2:18 Uhr: In Washington ist es laut ntv-Korrespondent Peter Kleim noch nicht zu Überschwemmungen gekommen.

2:12 Uhr: Mehr als drei Millionen Menschen an der Ostküste sollen Medienberichten zufolge mittlerweile ohne Strom sein.

2:10 Uhr: "Ich habe schreckliche Angst", sagt ein 33-jähriger Obdachloser in New York. "Ich muss jetzt unbedingt erstmal eine Zigarette rauchen, um meine Panik in den Griff zu bekommen."

1:57 Uhr: Auch der Sender CBS meldet das erste Todesopfer. Demnach wurde ein Mann im Stadtteil Queens von einem Ast erschlagen. Der Ast habe das Dach eines Holzhauses durchschlagen und den etwa 30 Jahre alten Mann getötet.

1:48 Uhr: Die New Yorker Verkehrsgesellschaft MTA bestätigt auf ihrem Twitter-Kanal, dass die U-Bahn in der Stadt geflutet worden ist.

1:41 Uhr: CNN meldet, dass ein Mann in New York von einem Baum erschlagen worden ist. Er starb.

1:29 Uhr: Auch New York befindet sich im Ausnahmezustand. Die beiden Stadtautobahnen wurden überflutet. Ein mehrstöckiges Haus krachte teilweise zusammen und ein Kran wurde vom Wirbelsturm umgeblasen. Laut CNN sind aktuell 2,2 Mio. Amerikaner vom Strom abgeschnitten.

1:15 Uhr: Kurz vor dem Aufprall hatte 'Sandy' ihre Einstufung als Tropensturm verloren und wird nun offiziell als "nach-tropischer Zyklon" bezeichnet, da der Sturm die Struktur eines Winter-Tiefdruckgebiets angenommen hat. Das mache ihn aber nicht weniger gefährlich, betonte das Hurricane Center.